Ausgeglichenes Jahresergenis erwartet
WCM wandelt sich nur langsam zum Industriekonzern

Die Beteiligungsgesellschaft WCM ist auf ihrem Weg zum Industriekonzern steckengeblieben. Nichtsdestotrotz soll das Jahresergebnis vergleichsweise gut ausfallen.

HB FRANKFURT. Der Verkauf der restlichen Immobilientöchter und der Beteiligung an der Maternus Kliniken AG werde erst bis Mitte 2007 über die Bühne gehen, sagte WCM-Vorstandschef Roland Flach auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt. Angestrebt war eine Abwicklung noch in diesem Jahr.

Auch die Verschmelzung von WCM mit der Tochtergesellschaft Klöckner-Werke AG aus Duisburg stockt nach wie vor. Der Grund liegt in einer umstrittenen Steuernachforderung von 153 Millionen Euro gegen eine WCM-Tochter. Flach hatte mehrfach betont, WCM lehne die Forderung des Finanzamtes ab. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in einem ähnlichen Streit solle abgewartet werden. Er hatte zuletzt jedoch bereits eingeräumt, dass WCM Schwierigkeiten hätte, falls das Unternehmen die Steuerforderung tatsächlich zahlen müsste.

Flach bekräftigte sein Ziel, in diesem Jahr auf Konzernebene ein ausgeglichenes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu erreichen. Für das laufende Geschäftsjahr werde nach dem neuen Bilanzierungsstandard IFRS mit einem Umsatzanstieg um 80 Millionen auf knapp unter eine Milliarde Euro gerechnet, sagte Flach laut Redetext. 50 Millionen Euro Erlöszuwachs seien dabei aus dem Verkauf von Gewerbeimmobilien eingeplant.

WCM hatte sich mit mehreren Transaktionen - darunter dem Einstieg bei der Commerzbank - verhoben und in den vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen Euro an Verlusten eingefahren. Ende 2004 kündigte das Unternehmen die Konzentration auf das Maschinenbaugeschäft an und will nun mit der Tochter Klöckner-Werke fusionieren. Zur Sanierung hatte WCM ihre 31 000 Wohnimmobilien im Dezember für knapp 1,4 Milliarden Euro an den US-Investor Blackstone verkauft.

WCM habe über viele Jahre lang mit dem Geschäftsmodell einer Beteiligungsgesellschaft, die unterbewertete Firmen kauft und später weiterreicht, Erfolg gehabt, sagte Flach. „Es ist allerdings auch richtig, dass dies seit 2002 nicht mehr funktioniert.“

WCM will sich auf der Hauptversammlung die Ausgabe von bis zu 144,4 Millionen Aktien genehmigen lassen - ein Plan, der allerdings auf dem Aktionärstreffen im vergangenen Jahr scheiterte. Gemessen am aktuellen Aktienkurs von 46 Cent könnte die Gesellschaft so 66,4 Millionen Euro einnehmen. Vor ein paar Jahren waren die Aktien noch deutlich über 30 Euro wert gewesen.

Vor allem wegen der massiv gesunkenen Marktkapitalisierung wird WCM zum 20. Juni den Nebenwerteindex MDax verlassen und in das Kleinwertesegment SDax absteigen.

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