Ausländer dürfen Inlands-Aktien kaufen
Russland öffnet Gazprom für Investoren

Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit seiner Unterschrift den Weg für den staatlich kontrollierten Energiegiganten Gazprom frei gemacht, in Kürze zum wichtigsten Emerging-Market-Unternehmen der Welt aufzusteigen.

MOSKAU. Putin zeichnete am Freitag das lang erwartete Gesetz zur Freigabe des Aktienmarktes für Gazprom ab. Damit können in Kürze 49 Prozent der Aktien des weltgrößten Gasförderers frei gehandelt werden, 51 Prozent der Anteile des nach Reserven weltweit größten Energiekonzerns bleiben in Staatsbesitz. Bisher durften Ausländer nicht die zumeist im Inland gehandelten Gazprom-Aktien besitzen. Das ändert sich jetzt und Analysten rechnen mit einem Kurssprung.

Wegen der Aufhebung der Begrenzung für ausländische Aktionäre bei Gazprom rechnen Analysten damit, dass der Konzern damit zum größten Einzelwert im Morgan Stanley MSCI-Weltindex für Märkte von Schwellenländern (Emerging Markets) aufsteigen werde. Bislang dürfen Ausländer nur die im Westen wie Aktien gehandelten, aber deutlich teureren Global Deposit Receipts (GDRs) handeln und insgesamt nur 20 Prozent des Gazprom-Kapitals kontrollieren. Diese Barriere fällt nun weg. „Das ist wie wenn Ausländern die Beteiligung am saudischen Ölförderer Saudi Aramco, dem weltgrößten Erdölproduzenten, frei gemacht würde“, lobt der Moskauer Fondsmanager Bill Browder.

Denn ausländische Fonds harren seit Jahren über ihre russischen Töchterfirmen auf großen Paketen von Inlands-Gazpromaktien, für die nun zumindest die Angleichung auf das GDR-Niveau erwartet wird. Bereits im Vorfeld waren die Gazprom-Inlandsaktien in diesem Jahr um 150 Prozent gestiegen. Für Russlands Aktienmarkt sei dies „der Meilenstein“, sagte Gazprom-Aufischtsratschef und Vizepremier Dmitrij Medwedjew. Bisher hat Gazprom eine Marktkapitalisierung von 153 Mrd. Dollar, mittelfristig wird mit einer Verdoppelung gerechnet. Gazprom verfügt über 16 Prozent der globalen Erdgasreserven.

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