Auslagerung in Tochtergesellschaft zu niedrigeren Löhnen befürchtet
Sparkurs bei VW trifft nun auch die Lehrlinge

Volkswagen hat angekündigt, im Zuge seines Sparprogramms auch die Übernahme von Lehrlingen neu zu regeln. Die Gewerkschaftet fürchtet radikale Einschnitte beim Gehalt der jungen Leute.

HB HAMBURG. Der Konzern will erreichen, dass künftig nicht mehr so viele Auszubildenden am Ende ihrer Lehre nach den Bedingungen des teuren Haustarifvertrags übernommen werden. Stattdessen sollen sie zu geringeren Löhnen bei der konzerneigenen Dienstleistungsgesellschaft Autovision unterzukommen. An der tariflich geregelten Einstellungspflicht für jährlich rund 1000 Lehrlinge will das Unternehmen aber nicht rütteln. Das sagte ein VW-Sprecher am Donnerstag in Wolfsburg. Insgesamt habe VW 1200 Lehrlinge pro Ausbildungsjahrgang.

Derzeit spreche man mit dem Betriebsrat darüber, wie die Übernahme künftig geregelt werden könne. Nach dem im vergangenen November mit der IG Metall geschlossenen Tarifvertrag müssen 85 Prozent der Auszubildenden eines Jahrgangs nach dem Haustarifvertrag eingestellt werden, für 15 Prozent gibt es die Möglichkeit, bei Autovision unterzukommen. Der Haustarifvertrag sichert den VW-Beschäftigten 20 Prozent höhere Einkommen als in der übrigen Metallindustrie zu.

Die IG Metall befürchtet, dass VW die Ausbildung nun komplett an diese VW-Tochter übertragen will, um so die Übernahmepflicht zu umgehen. Die Sorgen schürte ein entsprechender Bericht der „Wolfsburger Nachrichten“. Demnach will VW ab 2007 seine Lehrlinge nur noch über die Autovision GmbH unter Vertrag nehmen.

Volkswagen will die Produktionskosten in den VW-Werken im Rahmen seines Sparkurses bis 2008 vor allem durch Personal-Einsparungen um 1,3 Milliarden drücken und die Produktivität steigern. Um Kündigungen zu vermeiden, sollen Beschäftigte in Altersteilzeit geschickt oder mit Abfindungen zum Ausscheiden bewegt werden. Eine entsprechende Offerte bereitet der Konzern derzeit vor.

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