Ausland bietet dem Handel bessere Margen
Pfizer nimmt Großhändler unter die Lupe

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer will im Zuge einer Neuordnung seines Vertriebs in Deutschland die Verteilung seiner Medikamente durch Großhändler stärker kontrollieren.

HB FRANKFURT. „Seit einiger Zeit beobachten wir, dass für deutsche Patienten Arzneimittel bei den Apotheken nicht ausreichend verfügbar sind, obwohl wir den Großhandel eigentlich entsprechend versorgen“, sagte Michael Klein, Direktor Recht und Corporate Affairs bei Pfizer Deutschland, der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang könnten Großhändler als unabhängige Kaufleute Arzneimittel auch in Hochpreisländer exportieren statt sie in den deutschen Markt zu geben. Dies wolle Pfizer künftig verhindern. „Es kommt uns darauf an, sicherzustellen, dass die Patienten in Deutschland ausreichend versorgt werden“, sagte Klein.

Die großen deutschen Pharma-Großhändler Celesio und Phoenix sind auch im europäischen Ausland tätig. Der Arzneimittelhersteller hat den deutschen Großhändlern bereits entsprechende Vorschläge gemacht. Bis Mitte September hätten sie nun Zeit, auf die Pfizer-Vorschläge zu reagieren und entsprechende neue Vertragsangebote zu unterbreiten, sagte Klein und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“.

„Indem wir das System transparenter machen, wollen wir außerdem sicherstellen, dass die Einfallstore für Arzneimittelfälschungen geschlossen werden.“ Gedacht sei an eine Konstruktion, bei der die Pharmagroßhändler für Pfizer als eine Art Handelsvertreter agierten. „Dies ermöglicht uns, den Warenfluss unserer Medikamente vom Unternehmen zu den Patienten stärker zu verfolgen“, sagte Klein.

Mitte Juli hatte Pfizer bereits eine Neuaufstellung seines Pharmavertriebs in Deutschland angekündigt. Einen Bericht, im Zuge des Umbaus seien bis zu ein Drittel der rund 1700 Stellen gefährdet, hatte der Konzern allerdings zurückgewiesen. Der US-Mutterkonzern hatte im April ein weltweites Restrukturierungsprogramm angekündigt und will alle Bereiche auf Einsparmöglichkeiten hin überprüfen. Pfizer-Chef Hank McKinnel will damit im Konzern bis Ende 2008 Kosten von vier Milliarden Dollar einsparen.

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