Auslandsgeschäft wird wichtiger
Der Bau verkündet die Trendwende

Die Bauwirtschaft sieht sich im Aufwind: Zum ersten Mal seit sieben Jahren werden in diesem Jahr die Umsätze in der Branche wieder steigen. Große Baufirmen verdienen vor allem im Ausland bestens.

DÜSSELDORF. „Wir rechnen erstmals seit 1999 in diesem Jahr mit einem Wachstum des Umsatzes in der Bauindustrie“, sagte Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, dem Handelsblatt. Die positive Entwicklung werde auch im kommenden Jahr anhalten.

Knipper erwartet für 2007 zwar eine Abschwächung im Wohnungsbau, die aber von einer lebhaften Nachfrage im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau mehr als kompensiert werde. Das hatte sich schon im ersten Halbjahr angedeutet: Von Januar bis Juni 2006 stieg der Umsatz der Branche um 1,6 Prozent auf 30,7 Mrd. Euro. Der Auftragseingang legte sogar um 8,6 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro zu.

Erwartete die Bauindustrie in diesem Jahr bisher ein Umsatzplus von einem Prozent, kündigte Knipper angesichts des stabilen Trends nun eine Erhöhung der Umsatzprognose an: „Wir wollen unsere Prognose anpassen.“ Auf eine konkrete Angabe wollte er sich zwar nicht einlassen. Die darf Baupräsident Hans-Peter Keitel im September verkünden. In der Branche wird jedoch mit einer Erhöhung der Prognose auf 1,5 bis zwei Prozent gerechnet.

„Das Tief in der Baubranche ist durchschritten“, bestätigt auch der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. Für das Gesamtjahr 2006 rechnet er mit einem Anstieg der Bauinvestitionen um 1,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Für das kräftige Plus sprächen Zuwächse in allen drei Bereichen der Baubranche. Im öffentlichen Bau seien die Aufträge in den vergangenen Monaten vor allem gestiegen, weil sich die Finanzlage der Kommunen erheblich verbessert habe. Der Wirtschaftsbau habe dank der guten Gewinnentwicklung vieler Unternehmen ebenfalls deutlich zugelegt. Und auch der Wohnungsbau entwickle sich sehr gut. „Allerdings“, warnt Krämer, „ist anders als im öffentlichen Sektor sowie im Wirtschaftsbau der Anstieg im Wohnungsbau primär auf Sonderfaktoren wie die Mehrwertsteuererhöhung oder den Wegfall der Eigenheimzulage zurückzuführen.“ Deswegen scheut er sich davor, bereits von einer Trendwende zu sprechen, und nennt es „eine Stabilisierung“.

Die positive Stimmung der Bauwirtschaft spiegelt sich in den Halbjahreszahlen der Bauunternehmen wider. Die großen drei, Hochtief, Bilfinger Berger und Strabag, melden hohe Auftragseingänge und Umsatzzuwächse. Die Strabag habe den Auftragseingang in Deutschland in den ersten fünf Monaten um 17 Prozent gesteigert, sagte Strabag-Chef Thomas Birtel. Doch auch der Mittelstand zeigt sich zuversichtlich. „Wir sind nicht nur gut, sondern sehr gut ausgelastet“, sagte ein Sprecher des Bielefelder Bauunternehmens Goldbeck. In Deutschland habe der Auftragseingang von April bis Ende Juni um 20 Prozent zugelegt. Auch für 2007 erwartet Goldbeck noch ein Plus von mehr als fünf Prozent.

Seite 1:

Der Bau verkündet die Trendwende

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%