Auslandsproduktion
Japans Autohersteller zieht es nach Europa

Japans Autohersteller wollen wegen der anhaltenden Yen-Schwäche die Auslandsproduktion ausbauen. Der neue Kompaktwagen der Japaner soll in England gebaut werden. Auch Toyota und Honda zieht es ebenfalls nach Europa
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LondonDer starke Yen treibt japanische Autobauer immer stärker in die Auslandsproduktion. Nissan kündigte am Dienstag an, seinen neuen Kompaktwagen in Großbritannien zu fertigen. Umgerechnet 150 Millionen Euro will der Konzern dazu in sein Werk in Sunderland investieren. Rund 2000 Jobs sollen bei Nissan und den Zulieferfirmen entstehen. Versüßt wird den Japanern der Schritt mit einem britischen Staatskredit über elf Millionen Euro. 

Nissan stellt in der größten Autofabrik in Großbritannien bereits die Modelle Qashqai und Juke her und kommt dort auf eine jährliche Produktion von 500.000 Fahrzeugen. Der neue Kleinwagen soll in Sunderland ab Mitte 2013 vom Band laufen. Auch bei den Modellen Infiniti JX, Rogue und Murano plant Nissan Produktionsverlagerungen. Der Konzern produziert bereits einen Großteil seiner Fahrzeuge im Ausland und fährt damit den heimischen Konkurrenten Toyota und Honda beim Gewinn davon. Der starke Yen verteuert die aus Japan exportierten Produkte. Die japanische Währung hatte das vergangene Jahr auf einem Zehn-Jahres-Hoch zum Euro beendet. 

Um Autoteile billiger zu bekommen, geht Nissan ähnlich aggressiv vor. Bis 2013 will das Management die Quote der im Ausland gefertigten Komponenten auf 40 Prozent erhöhen, das entspräche einer Verdopplung binnen vier Jahren. 

Auch Rivale Toyota will immer mehr Teile im Ausland fertigen lassen. So stellte der Vize-Präsident von Toyota in Europa, Alain Uyttenhoven, auf dem Genfer Autosalon die Verlagerung von Komponenten für Hybrid-Fahrzeuge nach Europa in Aussicht. Bei Absatzzahlen zwischen 150.000 und 250.000 Fahrzeugen sei auch die Produktion der Batterien und Hybrid-Teile in Europa sinnvoll. Auch wenn etwa der Hybrid-Wagen Auris bereits in Großbritannien montiert wird, kommen alle Einzelteile noch aus Japan - und das zu hohen Kosten. Auch der kleinere Yaris könnte dadurch einen Wettbewerbsnachteil haben, wenn er von April an in Frankreich produziert wird. 

Ins gleiche Horn stößt Honda-Europa-Präsident Manabu Nishimae. Er suche jeden Tag nach Möglichkeiten, weniger dem Yen ausgeliefert zu sein, sagte er Ende Februar. Japan solle daher nur noch als Produktionsstandort für kleine Fahrzeuge dienen, die auch für den heimischen Markt bestimmt seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Auslandsproduktion: Japans Autohersteller zieht es nach Europa"

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  • nicht nur Yen, auch frachtkosten, arbeitskosten/effizienz,
    NedCar ist noch zu haben.

  • Zeile 2 "...wegen der anhaltenden Yen-SCHWÄCHE..."?!
    Hallo, noch jemand nüchtern in der Redaktion? ;-)

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