Auslaufen von Subventionen
Windbranche fürchtet Rückschlag in den USA

Den erneuerbaren Energien in den USA droht ein weiterer Rückschlag. Zum Jahresende laufen wichtige Subventionen für die Branche aus, ohne die die Schaffung neuer Solar- und Windparks deutlich unattraktiver wird. Derzeit verhandeln Politiker in Washington über eine Verlängerung. Die Lobby der grünen Energien ist alarmiert.
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NEW YORK. "Wegen der Unsicherheit werden schon jetzt Leute entlassen", sagt Denise Bode vom Verband der Windenergie. Sie geht davon aus, dass zehntausende Arbeitsplätze in der Energiebranche auf dem Spiel stehen, die gerade erst geschaffen wurden. Auch Siemens ist besorgt.

Viele in der Branche sind enttäuscht von der schwindenden Unterstützung der Regierung. Präsident Barack Obama war Anfang 2009 mit ambitionierten Plänen angetreten. Er forderte ein umfassendes Klimaschutz-Gesetz, um die USA zur Nummer eins bei den regenerativen Energien zu machen. "Die Nation, die führend bei sauberen Energien sein wird, wird auch die globale Wirtschaft anführen. Und Amerika muss diese Nation sein", hatte Obama betont und damit auch viele europäische Firmen ins Land gelockt, die am grünen Boom mitverdienen wollten. Doch Obama scheiterte mit seiner Vision. Seitdem spielt das Thema nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Zukunft der Branche ist ungewiss.

Nun kämpft sie dafür, die Verlängerung der Subventionen in das Steuergesetz mit aufzunehmen, das gerade in Washington verhandelt wird. Obama hatte Anfang der Woche einen Kompromiss verkündet, nach dem die Steuergeschenke seines Vorgängers George W. Bush für zwei Jahre verlängert werden sollen.

Die Branche will einen festen Anteil am Energiemix - wie in der EU

Dabei geht es vor allem um eine beliebte Steuergutschrift für die Finanzierer von Projekten wie Solar- und Windparks. 30 Prozent der Projektkosten bekommen die Entwickler im Voraus, um ihnen die Finanzierung zu erleichtern. Davon profitierten auch europäische Unternehmen wie Siemens. Der Münchener Industriekonzern produziert in den USA Windturbinen und zählt zu den drei größten Unternehmen des Marktes. Erst vergangene Woche eröffnete er ein neues Werk im US-Bundesstaat Kansas.

Sollten vorerst keine neuen Wind- oder Solarparks gebaut werden, wird auch die Nachfrage nach Turbinen und Solarzellen deutlich zurück gehen, so die Angst der Industrie. Die Unternehmen fordern bundesweit einen festen Anteil am Energiemix, der aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll - so wie in der EU. "Wenn Investoren ins Land gelockt werden sollen, so wie wir, dann muss auch eine längerfristige Perspektive sichtbar sein", sagt Rene Umlauft, der die Sparte für erneuerbaren Energien bei Siemens leitet.

Doch zunächst einmal geht es um die kurzfristigen Ziele - und die Zeit drängt. Nächste Woche Freitag verabschiedet sich der US-Kongress in die Weihnachtspause. Bis dahin muss das Gesetz verabschiedet werden.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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