Auslieferung an externen Dienstleister vergeben: Electrolux will Streiks umgehen

Auslieferung an externen Dienstleister vergeben
Electrolux will Streiks umgehen

Electrolux beauftragt einen externen Dienstleister mit der Auslieferung von AEG-Geräten. Damit reagiert der Mutterkonzern auf den Streik bei AEG Logistik in Nürnberg und Dormagen.

HB NÜRNBERG. Innerhalb einer Woche sei bei einem Unternehmen im sächsischen Zwenkau ein Versandlager eingerichtet worden, teilte Electrolux am Samstag mit. Das Lager biete Platz für rund 20 000 Haushaltsgeräte. Durch diese Maßnahme sei es möglich, die Belieferung des Handels aufrecht zu erhalten, sagte ein Electrolux- Sprecher. Electrolux-Chef Hans Stråberg machte unterdessen in der „Welt am Sonntag“ die IG Metall für die Schließung des Nürnberger Hausgerätewerkes verantwortlich.

Stråberg forderte die Gewerkschaft auf, eine Lösung nicht länger zu verzögern. „Die Verhandlungsposition verbessert sich nicht, wenn die IG Metall auf Zeit spielt.“ Electrolux und die IG Metall treffen sich am Donnerstag in Nürnberg erneut zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Bereits 2004 habe der Konzern mit der IG Metall über längere Arbeitszeiten und eine höhere Produktivität verhandelt. Der Betriebsrat habe zwar einer Lösung zugestimmt, nicht jedoch die IG Metall. „AEG in Nürnberg würden wir jetzt nicht schließen, wenn die Gewerkschaft sich unserem Vorschlag damals nicht verweigert hätte“, sagte Stråberg.

Es sei noch nicht entschieden, ob die Firma in Zwenkau die Logistik-Aufgaben dauerhaft übernehmen werde oder nur während des Arbeitskampfes, sagte Electrolux-Sprecher Michael Eichel der Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Dagegen erklärte der Streikleiter des AEG-Hausgerätewerkes, Jürgen Wechsler, er frage sich, welche Produkte das Unternehmen in Zwenkau ausliefern wolle. Spätestens Ende nächster Woche wird nach seiner Einschätzung das AEG-Werk in Polen keine Trockner mehr produzieren können, da die Zulieferteile aus Nürnberg fehlten.

Der Streikleiter von der IG Metall schätzt die Chancen für eine Einigung am Donnerstag eher gering ein, außer „wenn die ein gewaltig verbessertes Angebot vorlegen“. Der Electrolux-Konzern hatte für Abfindungen und Qualifizierungsmaßnahmen ein Gesamtpaket von rund 100 Millionen Euro angeboten. Die Gewerkschaft fordert rund 400 Millionen. Stråberg bezeichnete das Angebot des Konzerns in dem Interview als „fair“.

Das AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg wird bereits seit dem 20. Januar bestreikt. Der Mutterkonzern Electrolux hatte die Schließung des Werkes bis Ende 2007 beschlossen. Der Schließungsbeschluss bis Ende 2007 steht laut Stråberg „unwiderruflich“ fest.

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