Auslieferung des Riesen-Airbus
Emirates zweifelt an neuem A380-Zeitplan

Die Nachricht über die weitere Verzögerung bei der Auslieferung des Riesen-Airbus A380 hatte die Börse und Kunden geschockt. Nun will auch der Paketzusteller UPS seine Bestellung überprüfen. Doch selbst an dem neuen Zeitplan gibt es Zweifel: Die Fluggesellschaft Emirates, der größte Abnehmer des A 380, will dem Flugzeugbauer daher auf die Finger schauen.

HB NEW YORK/HAMBURG. Die Fluggesellschaft Emirates, mit 43 Bestellungen bislang größter Kunde für den Airbus A380, hat offenbar Zweifel, ob der bereits drei Mal verschobene Auslieferungstermin für den Superflieger eingehalten werden kann. Die Gesellschaft wolle Mitte November ein Team von Technikern in die Airbus-Zentrale nach Toulouse schicken, „um zu überprüfen, ob die geänderten Terminvorgaben zu erreichen sind“, sagte Emirates-Chef Tim Clark dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Für die aufstrebende Airline mit Sitz in Dubai sei der A380 besonders wichtig, weil von ihm die künftige Expansionsstrategie des Unternehmens abhänge, schreibt das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Sollte der Zeitplan erneut ins Trudeln geraten, wolle Emirates zur Überbrückung bis zu sieben Maschinen vom Typ 777 des US-Wettbewerbers Boeing leasen, auch wenn die deutlich weniger Sitze haben.

UPS will keinen Schritt ausschließen

Nach den angekündigten Lieferverzögerungen überprüft auch der weltgrößte Paketzusteller UPS seine milliardenschwere A30-Bestellung. Dabei werde nichts ausgeschlossen, sagte ein Sprecher des US-Konzerns am Freitag. Im schlimmsten Fall kann dies bedeuten, dass UPS seine Bestellung zurückzieht und stattdessen beim Airbus-Konkurrenten Boeing Flugzeuge kauft.

UPS hat zehn A380-Flugzeuge im Wert von mehr als 2,5 Milliarden Dollar bestellt mit einer Option zum Kauf von zehn weiteren Maschinen. Am Freitag erklärte das Unternehmen, das mit seiner Frachterflotte zugleich die achtgrößte Fluggesellschaft der Welt ist, am 6. Oktober über die jüngsten Verzögerungen beim A380 informiert worden zu sein. Demnach kann UPS mit einer ersten Lieferung erst im Mai 2010 und nicht wie ursprünglich angepeilt im September 2009 rechnen.

Die Airbus-Muttergesellschaft EADS befindet sich wegen der Lieferschwierigkeiten beim A380 in der schwersten Krise seit ihrer Gründung. Dem Konzern drohen Milliarden-Ausfälle durch die wiederholt verschobene Auslieferung des größten Passagierflugzeuges. Diese sollen unter anderem durch Kostenreduzierungen, etwa durch Personalabbau oder Standortschließungen, kompensiert werden.

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