Auslieferung des Riesenvogels
Enders schürt Spekulationen über neue Verzögerungen bei A380

Airbus überprüft derzeit in großem Stil den Zeitplan für die Auslieferungen des neuen Superjumbos A380. Die bislang gesteckten Ziele würden jedoch womöglich erreicht, sagte der Chef des europäischen Flugzeugbauers, Tom Enders, am Dienstag. Enders ließ damit Spielraum für Spekulationen über weitere Verzögerungen.

HB DUBAI. Der erste A380 war im Oktober 2007 mit fast zweijähriger Verspätung ausgeliefert worden. Seitdem sind insgesamt vier A380 an Kunden übergeben worden.

Das Hochfahren der Serienproduktion steht aber noch an. Bislang werden die Maschinen noch in mühevoller Kleinarbeit zusammengebaut. Dieses Jahr sollen 13 und im kommenden Jahr 25 der Riesenflieger die Montagehallen verlassen. "Das ist ein schnelles Hochfahren und somit etwas, über das man sich Sorgen machen muss", sagte Enders jetzt in Dubai. Es handle sich um eine "schwierige Sache". Ein Airbus-Sprecher versuchte, aufkommende Spekulationen über neue Verzögerungen zu dämpfen: "Wir sind zuversichtlich, unsere Auslieferungsziele einhalten zu können."

Aufgrund des Auslieferungsplans seien bei Airbus weitere Stellenstreichungen nicht geplant, sagte Enders. Die Beschäftigten würden für die Einhaltung des Zeitplans benötigt. Die verspätete Auslieferung des A380 veranlasste Airbus, einen Sanierungsplan aufzustellen, bei dem 10 000 Stellen gestrichen und Werke abgestoßen werden sollen.

Die Verzögerungen kostete Airbus und den Mutterkonzern EADS Milliarden. Zudem belastet derzeit der hohe Euro den Flugzeugbauer, der die Produktionskosten für seine Flugzeuge in Euro begleichen muss, aber in Dollar bezahlt wird. Deshalb arbeitet Airbus weitere Maßnahmen aus. Die schwierigen Jahre bei dem Programm Power8 lägen erst noch vor Airbus, sagte Enders jüngst.

Airbus will in Zukunft auch mehr Arbeiten für seine Flugzeuge auslagern. Dabei wollen die Europäer aber nicht so weit gehen wie der Rivale Boeing, der den größten Teil der Fertigung von Teilen an seinem neuen 787 Dreamliner an Zulieferer vergeben hat. Durch fehlerhafte Stücke kam der US-Konzern in die Bredouille und musste seinen Zeitplan inzwischen bereits dreimal verschieben.

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