Auslieferung sechs Monate hinter Plan
Airbus trödelt bei A380-Auslieferung

Airbus schafft es nicht, sein neues Flagschiff A380 zügig auszuliefern. Der europäische Flugzeugbauer liegt sechs Monate hinterm Zeitplan.

HB PARIS. Eine Airbus-Sprecherin bestätigte am Mittwoch entsprechende Angaben von betroffenen Fluggesellschaften. Wegen der Verzögerung könnten auf Airbus nun Entschädigungszahlen zukommen. Auslieferungs-Verschiebungen von neuen Flugzeugen sind nicht ungewöhnlich, sind für den Flugzeugbauer aber eine zusätzliche Belastung zu ohnehin vorhandenen Problemen. Zum einen eskalierte in dieser Woche der Streit zwischen den USA und der Europäischen Union über Beihilfen für Flugzeugbauer. Zum anderen verzögert sich die Berufung des Deutschen Gustav Humbert als Nachfolger für Airbus-Chef Noel Forgeard, der an die Spitze des Mutterkonzerns EADS wechseln soll.

Aus Branchenkreisen verlautete am Mittwoch, eine Sitzung des EADS-Boards werde wohl erst in der kommenden Woche vor der am 13. Juni beginnenden Luftfahrtschau im französischen Le Bourget stattfinden. Die Gespräche über die Neubesetzung von Konzernspitze und Bereichsvorständen verliefen aber in einem geregelten Rahmen, hieß es. Ursprünglich wollte das EADS-Board bereits anlässlich der Hauptversammlung Mitte Mai die neue Konzernführung und die Bereichsleiter berufen. Wegen Streitigkeiten über die Besetzung des Chefpostens bei der Tochter Airbus war dies aber bis zum 1. Juni verschoben worden. In Verhandlungskreisen wurde jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen, dass am Mittwoch noch eine Entscheidung fällt. Es wird erwartet, dass mit Humbert, der derzeitigen Nummer Zwei bei Airbus, erstmals ein Deutscher den Spitzenposten bei dem erfolgreichen Flugzeughersteller übernimmt.

Zum weiteren Erfolg von Airbus soll auch der A380 beitragen, dessen Entwicklung zwölf Mrd. € gekostet hat. Nachdem bereits Anfang Mai Singapore Airlines, die den A380 als erste Linie kommerziell einsetzen will, von möglichen Verzögerungen berichtet hat, bestätigte am Mittwoch eine Airbus-Sprecherin, dass diese bis zu einem halben Jahr dauern könnten. „Abhängig von der Seriennummer kann es sich um bis zu sechs Monate handeln“, sagte sie. Die australische Fluggesellschaft Quantas, die eigenen Angaben zufolge den ersten von zwölf bestellten A380 nun erst im April 2007 statt im Oktober 2006 erhalten soll, will von Airbus Schadenersatz fordern.

„Das ist enttäuschend, besonders da wir alle Anforderungen von Airbus hinsichtlich der Ausstattung pünktlich erfüllt haben“, sagte Quantas-Chef Geoff Dixon. „Derzeit arbeiten wir an Ersatzplänen, um sicher zu stellen, dass die sechsmonatige Verzögerung keine Auswirkungen auf unsere Flugpläne und Kapazitäten hat“, fügte er hinzu. Quantas könnte die altersbedingte Stilllegung von einigen Flugzeugen aufschieben, Kapazitäten verlagern oder die Auslieferung anderer Flugzeugen vorverlegen.

Seite 1:

Airbus trödelt bei A380-Auslieferung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%