Auslieferungen
Airbus feiert Rekorde mitten in der Krise

Airbus hat in den vergangenen Monaten eine negative Schlagzeile nach der anderen produziert. Die nach und nach bekannt gegebenen Lieferverzögerungen beim Großraum-Jet A380 kosten Milliarden. Mitten in die Depression platzt der europäische Flugzeugbauer nun mit einer ausgesprochen guten Nachricht.

MÜNCHEN/BERLIN. Airbus will mehr Flugzeuge fertigen als jemals zuvor. „Wir werden in diesem Jahr eine Rekordzahl von Flugzeugen ausliefern, etwa 420 bis 430“, sagte EADS-Co-Chef Tom Enders am Donnerstag in Hamburg. Auch im kommenden Jahr peilt Airbus eine ähnlich hohe Auslieferungszahl an. Der Co-Chef der Airbus-Muttergesellschaft warnte zugleich davor, angesichts der Probleme bei dem Flugzeughersteller in eine Hysterie zu verfallen. EADS versuche, „das Loch, das wir durch Managementfehler selbst gegraben haben“, wieder zuzuschütten.

Airbus kann die Lieferzusagen für den Riesenflieger A 380 nicht halten und muss bis 2010 eine Ergebnisbelastung von mindestens fünf Milliarden Euro verkraften. Zudem wird die Gewinnschwelle deutlich später erreicht als bislang erwartet: Statt 250 Flugzeugen muss die EADS jetzt 420 A 380 verkaufen, um die Entwicklungskosten von zwölf Milliarden Euro wieder hereinzuholen. Bislang liegen aber erst rund 160 Bestellungen vor. Zudem drückt der Verfall des US–Dollars auf die Erlöse. Enders und der EADS-Co-Chef Louis Gallois besuchen derzeit die Airbus-Werke, um dort über den Sanierungsplan „Power 8“ zu diskutieren. Der Plan sieht massive Eingriffe in die Airbus-Produktionsstruktur vor, die auch Werksverkäufe und Entlassungen zur Folge haben könnten. Als Sofortmaßnahme hatte Airbus am Montag bereits 1 000 Leiharbeitern die Verträge gekündigt. Insgesamt will die EADS die Kosten um zwei Milliarden Euro pro Jahr drücken. „Entschieden ist aber noch nichts“, sagt ein EADS-Sprecher.

Umbauten im Konzern

Drei sensible Themen stehen im Raum. Zum einen überprüft die EADS die Fertigungstiefe bei Airbus. Denn anders als der Konkurrent Boeing stellt Airbus seine Komponenten zumeist selbst her und trägt das Währungsrisiko. Auf dem Prüfstand steht zudem die Arbeitsteilung zwischen den 16 europäischen Airbus-Werken. Der heikelste Punkt ist aber die Frage nach der zukünftigen Endmontage.

So wird die A 320-Familie bislang in Hamburg und Toulouse gebaut, ebenso wie der Riesenairbus A 380. Eine Überlegung zielt darauf ab, die gesamte Fertigung des Riesenfliegers nach Toulouse zu holen. Das stößt aber auf den entschiedenen Widerstand der deutschen Politik, die Hamburg als Endmontagestandort mit hohen Subventionen gegen erheblichen Widerstand in der Bevölkerung durchgesetzt hat.

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