Industrie

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Auslieferungsrekord: Airbus entdeckt den Optimismus wieder

Airbus hat im vergangenen Jahr so viele Maschinen ausgeliefert wie nie. Das reicht nicht für die Krone der Flugzeugbauer. Angesichts der „Dreamliner“-Pannen von Boeing kann Airbus-Chef Brégier aber damit leben.

Hinten hebt ein Airbus A380 ab, vorne steht Boeings 787 „Dreamliner“: Airbus entdeckt den Optimismus wieder. Quelle: dpa
Hinten hebt ein Airbus A380 ab, vorne steht Boeings 787 „Dreamliner“: Airbus entdeckt den Optimismus wieder. Quelle: dpa

Düsseldorf/ToulouseDer „Dreamliner“ von Boeing verschafft Airbus Aufwind: Nach dem Startverbot für den Langstreckenjet des Konkurrenten in den USA, Europa und Japan warb Airbus-Chef Fabrice Brégier für sein Modell A350. Das Design des Flugzeugs berge ein „niedrigeres Risiko“ als das des Dreamliners, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg Brégier.

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Der A350, der Mitte des Jahres zum Jungfernflug ansetzen soll, verfüge über eine andere Elektronik als das Boeing-Modell, teilte Airbus am Donnerstag mit. Brégier wollte sich über mögliche zusätzliche Aufträge für das Konkurrenzmodell A350 aufgrund der Pannen des Dreamliners aber nicht weiter äußern. Er wünschte seinen Kollegen bei Boeing „alles Gute“ bei der Behebung der Probleme. Ein Flugzeug sah dazu gebaut, um zu fliegen, so der Airbus-Chef.

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Brégier zeigte sich bei der Jahrespressekonferenz am Firmensitz in Toulouse ganz und gar optimistisch. Im Gesamtjahr will Airbus mehr als 600 Maschinen ausliefern, 700 Aufträge will das europäische Unternehmen brutto akquirieren. Im Militärbereich soll die A400M nach zahlreichen Verzögerungen im ersten Quartal dieses Jahres die Zulassung bekommen und im zweiten Vierteljahr auch erstmals ausgeliefert werden.

Airbus will auch 2013 beim Personal kräftig aufstocken. Brégier kündigte für dieses Jahr rund 3000 Neueinstellungen an. Allerdings soll nur ein Drittel der neuen Stellen in Deutschland entstehen. Bereits 2012 waren 5000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden.

Die bisherige Aktionärsstruktur bei EADS

  • European Aeronautic Defence and Space Company

    EADS mit seiner Flugzeugbau-Tochter Airbus ist Europas dominierender Luft- und Raumfahrtkonzern. Die börsennotierte Aktiengesellschaft European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Der Konzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.

  • Die französische Seite

    Nach einem 2007 vereinbarten Aktionärspakt darf der französische Staat nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen. Zusammen mit dem Medienkonzern Lagardère kommt er auf 22,45 Prozent der EADS-Aktien, wobei die Anteile in der Gesellschaft Sogeade gebündelt sind. Der Chef der Mediengruppe, Arnaud Lagardère, will seine 7,5 Prozent der Anteile mittelfristig verkaufen, erhebt aber seinen Anspruch auf den Mitte 2012 freiwerdenden Chefposten im Verwaltungsrat des Konzerns.

  • Die deutsche Seite

    Mit 22,45 Prozent ist auch die deutsche Seite an EADS beteiligt. Bisher hielt DaimlerChrysler 15 Prozent und ein Konsortium von Bundesländern, privaten und öffentlichen Banken 7,5 Prozent. Allerdings behielt DaimlerChrysler nach dem ausgehandelten Kompromiss 22,5 Prozent der Stimmrechte und blieb so größter stimmberechtigter EADS-Einzelaktionär. 7,5 Prozent der EADS-Anteile soll nun die Staatsbank KfW übernehmen, so dass sich der Daimler-Anteil auf 7,5 Prozent reduziert.

  • Die spanische Seite

    Weitere 4 Prozent an EADS hält die spanische Staatsholding SEPI, der Rest der Anteile in Höhe von 49,6 Prozent liegt im Streubesitz.

  • Der Aktionärspakt

    Die deutschen, französischen und spanischen Haupteigentümer hatten sich bei der Gründung der EADS auf einen Pakt („Contractual Partnership“) verständigt, um das Unternehmen gegen feindliche Übernahmeversuche zu sichern und um das Heft bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern in der Hand zu behalten.

  • Die Machtzentren

    Die EADS hat ihren offiziellen Sitz in Amsterdam, in Paris und München sind die beiden Hauptzentren des Konzerns. Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt. Hamburg wiederum ist der Sitz der deutschen Airbus-Tochtergesellschaft, die für die deutschen Werke zuständig ist.

Dabei war es eigentlich ein unruhiger Jahresauftakt für Airbus. Konkurrent Boeing verkündete, sich mit 601 ausgelieferten Maschinen im vergangenen Jahr an die Spitze der Flugzeugbauer gesetzt zu haben. Airbus dagegen hatte lediglich 580 Auslieferungen angepeilt – und bestätigte diese Prognose am Donnerstag. Die EADS-Tochter gab bekannt, 588 Flugzeuge an ihre Kunden übergeben zu haben. Das ist Rekord, reichte aber nicht für die Nummer eins im Jahr 2012. Im vorvergangenen Jahr hatte Airbus 534 Maschinen ausgeliefert.

Dazu tobt hinter den Kulissen von Airbus der Kampf um Einfluss unter den Großaktionären. Durch den neuen Aktionärspakt werden Deutschland und Frankreich mit je zwölf Prozent zu gleichberechtigten Anteilseignern bei EADS. Die Bundesregierung will deshalb bei zentralen Airbus-Projekten wie dem A320-Nachfolgeprogramm das Sagen haben. So hat es das Kabinett am Mittwoch mit der neuen Luftfahrtstrategie beschlossen, die Sprengstoff birgt.

Modellpalette Das sind die Verkaufsschlager von Airbus

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Hintergrund ist, dass EADS-Chef Tom Enders Zentralisierungen am französischen Airbus-Standort Toulouse vornehmen will. Deutsche Airbus-Standorte könnten im Konkurrenzkampf mit französischen Werken ins Hintertreffen geraten. „Ich finde es nicht gut, wenn bei einem europäischen Konzern alle Entwicklungszuständigkeiten außerhalb unseres schönen Landes zentralisiert werden“, beklagte Peter Hintze (CDU), Regierungskoordinator für die Luft- und Raumfahrt, im Bundestag.

  • 17.01.2013, 14:25 UhrOLDENDORP

    ...........................
    MIT JEDEM PLUSPUNKT FREUT
    SICH DER DAIMLER-AKTIONÄR
    ...........................

  • 17.01.2013, 11:47 UhrGast

    Weder hat Emirates die Bestellung von A380 angekündigt noch sind die Probleme bei dem Vogel behoben. Der A350 wird mit Sicherheit auch eine sehr sehr lange Testphase haben. Die Probleme sind allerorten identisch. Nur raus mit dem Zeug...

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