Ausmaß schwarzer Kassen wird sichtbar
Siemens bestraft zahlreiche Mitarbeiter

Der Technologiekonzern Siemens hat den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz zahlreicher Sonderlasten gesteigert. Offiziell wurde aber auch, dass der Schmiergeldskandal eine Milliardendimension erreicht hat. Für etliche darin verwickelte Siemens-Mitarbeiter hat das Folgen.

jojo/HB MÜNCHEN. Über alle Bereiche hinweg seien bei den internen Untersuchungen aus den Jahren 2000 bis 2006 zweifelhafte Zahlungen in Höhe von gut 1,3 Mrd. Euro entdeckt worden, teilte Siemens am Donnerstag in München mit. Es besteht der Verdacht, dass ein Großteil davon in schwarzen Kassen verschwunden und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden ist.

Rund ein Drittel der untersuchten Transfers im Gesamtvolumen von 3,5 Mrd. Euro sei zweifelhaft gewesen, sagte Finanzchef Joe Kaeser. Siemens könne daher für diese Zeit 857 Mill. Euro nicht mehr von der Steuer absetzen. Nachträglich erhöhe sich damit die Steuerlast um 339 Mill. Euro.

Intern legen die Siemens-Revisoren ein Jahr nach Durchsuchung der Konzernzentrale den Fall nun zu den Akten. Die Untersuchungen seien nun weitgehend abgeschlossen. Die rechtlichen Ermittlungen der US-Kanzlei Debevoise & Plimpton dauerten aber weiter an.

Bisher hatte Siemens nur eine Summe dubioser Zahlungen für den früheren Kommunikationsbereich Com genannt, in dem die Affäre ihren Anfang genommen hatte. Hier hatte Siemens fragwürdige Zahlungen in Höhe von 449 Mill. Euro identifiziert. Als Konsequenz akzeptierte der Konzern ein Bußgeld in Höhe von 201 Mill. Euro. Nun ist auch die Untersuchung der anderen Bereiche weitgehend abgeschlossen, dabei hat sich die verdächtige Summe fast verdreifacht.

Neben der Geldbuße muss sich Siemens auf Steuernachzahlungen und möglicherweise auch auf eine harte Bestrafung durch die US- Börsenaufsicht SEC einstellen. In Unternehmenskreisen wird ein Umfang der Strafe in Höhe von bis zu einem Jahresgewinn für möglich gehalten. Zudem kostet die Affäre immense Summen an Honoraren für Berater und Anwälte. Allein im Geschäftsjahr 2006/07 (30. September) fielen laut Siemens Beraterkosten von 347 Millionen Euro an, auf das vierte Quartal entfielen dabei 159 Millionen Euro.

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