Aussagen von Co-Chef Rainer Hertrich
EADS erwartet Absatzsteigerung bei Airbus

Der Europäische Industriekonzern EADS gibt sich optimistisch. Co-Chef Rainer Hertrich rechnet fest mit dem transatlantischen Rüstungsprojekt MEADS. Einen deutsch-französischen Werftenverbund erwartet Hertrich in naher Zukunft allerdings nicht.

HB BERLIN. Beim größten Ertragsbringer des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, dem Flugzeugbauer Airbus, erwartet Hertrich im kommenden Jahr eine Steigerung der Auslieferungen um zehn Prozent. Einer Ergänzung der Produktpalette erteilte er aber eine Absage.

„Ich glaube nicht, dass es eine deutsch-französische Lösung in naher Zukunft geben wird“, sagte Hertrich am Donnerstag in Berlin mit Blick auf eine europäische Ausweitung des vor kurzem beschlossenen deutschen Werftenverbundes um den Mischkonzern Thyssen-Krupp. Der Konzern EADS, der sein Geschäft mit maritimer Verteidigungselektronik und Lenkflugkörpern ausbauen will, hatte in der vergangenen Woche sein Interesse an dem Verbund bekräftigt und über erste Gespräche in diese Richtung berichtet. Nach Angaben von Thyssen-Krupp wird die Aufnahme weiterer Partner in den Verbund grundsätzlich erwogen, konkrete Verhandlungen gebe es aber noch nicht.

Mit der Verwirklichung des transatlantischen Rüstungsprojekt MEADS rechnet Hertrich aber fest. „Es gibt da überhaupt keine Hindernisse mehr“, sagte er. Die Verträge zwischen den betreffenden Regierungen der USA, Italien und Deutschland seien inzwischen geschlossen.

Deutschland will sich in den nächsten acht Jahren mit mehr als einer Milliarde Euro an der internationalen Entwicklung des neuen Luftverteidigungssystems MEADS beteiligen. Die Berichterstatter aller Bundestagsfraktionen stimmten dem Rüstungsprojekt „Medium Extended Air Defense System“ (MEADS) nach jahrelanger Prüfung zu, teilten SPD und Union am Donnerstag in Berlin mit. Das deutsch-amerikanisch-italienische Projekt soll das veraltete Raketenabwehrsystem Patriot ersetzen.

Der SPD-Politiker Hans-Peter Bartels sagte der „Berliner Zeitung“, der deutsche Kostenanteil betrage 1,142 Mrd. €. Vorstellbar sei, dass die Bundeswehr zwischen zwölf und 24 neue Systeme ordere. Das bodengestützte und mobile Raketenabwehrsystem soll vor Flugzeugen und taktischen ballistischen Raketen mit einer Reichweite von 1000 Kilometern schützen. Die Gesamtkosten werden von Verteidigungsexperten auf bis zu 20 Mrd. € veranschlagt.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Christian Schmidt (CSU) sagte der dpa, jetzt müssten die Regierungen das seit 1987 geplante Vorhaben schnell umsetzen. MEADS sei das einzige transatlantische Rüstungsprojekt, bei dem die USA und Europa noch gleichberechtigt agierten. „Die politische Komponente ist hier ebenso wichtig wie die militärische.“

Für den Flugzeugbauer Airbus zeigte sich Hertrich auch für die kommenden Jahre optimistisch. „Bei Airbus stellen wir uns für 2005 auf ein Wachstum von rund zehn Prozent bei den Auslieferungen ein“, sagte er. In der deutschen und europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie werde insgesamt im kommenden Jahr wieder ein deutliches Plus bei den Flugzeugauslieferungen gesehen. Die Lage in der Branche habe sich zuletzt wieder deutlich entspannt. Für dieses Jahr rechnet Airbus mit einer Steigerung der Auslieferungen auf 315 bis 320 Maschinen. Im letzten Jahr hatte Airbus den Erzrivalen Boeing mit 305 ausgelieferten Flugzeugen erstmals als Weltmarktführer abgelöst. 2006 rechnet Airbus wegen des neuen Großraumflugzeugs A380, das 555 Passagiere befördern soll, ebenfalls mit einer prozentual zweistelligen Wachstumsrate.

Bedarf nach einer Ergänzung der Flugzeugpalette von Airbus besteht Hertrich zufolge derzeit aber nicht. „Zwischen dem A330 und dem A380 sehe ich nichts“, sagte Hertrich. Allerdings seien Überlegungen über eine Modifikation des A330 als Reaktion auf das neue Modell des US-Konkurrenten Boeing, der Dreamliner genannten 7E7, noch nicht abgeschlossen.

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