Außenhandel
Deutsche Luxusküche für den Emir

Deutsche Luxusküchen sind weltweit begehrt. Ob in den USA oder Japan – das Markenzeichen eines deutschen Küchenmöbelherstellers gilt als Qualitätssiegel. Dabei wird in diesen Küchen wenig gekocht, sie müssen vielmehr als Statussymbol herhalten. Das ist an der amerikanischen Ostküste oder im fernen Tokio nicht anders als in den Emiraten am Persischen Golf.

LÖHNE/WESTFALEN. Auch Scheichs haben eine Schwäche für das minimalistische Design aus Deutschland. Der im westfälischen Löhne beheimatete Küchenmöbelproduzent Siematic will sich diesen Trend noch stärker zunutze machen. „Nach Dubai haben wir im vergangenen Jahr 100 Einzelküchen verkauft, in diesem Jahr sollen es bereits 1 000 werden“, sagt Siematic-Chef Ulrich W. Siekmann. Der 40-Jährige, der das Traditionsunternehmen in der dritten Generation führt, hat in Dubai mit einem einheimischen Handelspartner erst vor kurzem ein Küchenmöbelstudio eröffnet.

Von dieser Partnerschaft erhofft sich der bodenständige Ostwestfale die Erschließung weiterer Märkte im Nahen Osten wie Abu Dhabi, Katar und Bahrein. Aber auch für Indien, Pakistan und Iran könnte die Niederlassung in Dubai bereits als Ausgangspunkt dienen. Siematic hat bei einem Umsatz von rund 150 Mill. Euro schon einen Auslandsanteil von etwa 70 Prozent.

Deutsche Küchenmöbelhersteller gelten mit einer durchschnittlichen Außenhandelsquote von 34 Prozent generell als exportfreudig. Im vergangenen Jahr steigerten die heimischen Unternehmen ihre Ausfuhren um 18 Prozent auf fast 1,4 Mrd. Euro. Denn im Inland verhagelt ihnen seit Jahren die lahmende Baukonjunktur für Eigenheime das Geschäft – erst mit dem Einzug in die eigenen vier Wände wird bei den meisten Privathaushalten hier zu Lande eine neue Küchenausttattung fällig.

Die Hauptausfuhrländer der Küchenmöbelindustrie liegen vornehmlich im benachbarten EU-Ausland. Spitzenreiter beim Import deutscher Küchen sind die Niederländer, die im vergangenen Jahr Küchenmöbel im Wert von 323 Mill. Euro bei deutschen Herstellern bestellten.

Vergleichsweise gering ist das Exportvolumen noch Richtung Russland und in die Vereinigten Staaten. Doch ist dies die Domäne der deutschen LuLusküchenhersteller, die dort gleich komplette Apartmenthäuser ausstatten, beispielsweise den New Yorker Bloomberg-Tower, dessen Küchen „Made in Germany“ von Poggenpohl stammen. Der zum schwedischen Nobia-Konzern gehörende Küchenproduzent bevorzugt dieses so genannte Objekt-Geschäft.

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