Außenhandel
Ostdeutsche Unternehmen holen langsam auf

Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die wirtschaftliche Kluft zwischen Ost und West noch nicht überwunden. In der Exportwirtschaft holen ostdeutsche Unternehmen zwar auf, liegen im Vergleich zum Westen aber immer noch deutlich hinten – wie eine aktuelle Studie zeigt.
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BERLIN. Grund für die geringere Exporttätigkeit ostdeutscher Unternehmen sei laut einer Prognos-Studie unter anderem die kleinteilige Wirtschaftsstruktur und die Ausrichtung auf Verbrauchsgütern, die in geringerem Umfang exportiert werden. Aber auch rechtliche, steuerliche und bürokratische Hemmnisse tragen dazu bei, dass ostdeutsche Unternehmen weniger auf den Auslandsmärkten präsent sind.

2008 lag der Warenexport Ostdeutschlands bei 76,4 Milliarden Euro. Mit einer Exportorientierung von 20,3 Prozent lag diese jedoch deutlich unter dem westdeutschen Verlgeichswert von 34,5 Prozent. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte in seiner Funktion als Beauftragter für die neuen Bundesländern, die Politik müsse die Unternehmen daher stärker ermutigen, sich den überregionalen Märkten zuzuwenden. „Viele Unternehmen haben noch nicht erkannt, dass die Gewinnung neuer Märkte ein Schlüssel für den langfristigen Erfolg sind.“

Dabei ist es keineswegs so, dass ostdeutsche Unternehmen am Exportgeschäft kein Interesse hätten. Gut ein Drittel der von Prognos befragten Unternehmen ist bereits im Exportgeschäft tätig, ein weiteres Viertel unterhält zumindest Auslandsbeziehungen. Fast die Hälfte der Unternehmen, die bislang noch nicht exportieren, können sich einen Einstieg vorstellen oder planen diesen bereits konkret.

Die größten Probleme aus Unternehmersicht sind die länderspezifischen Barrieren, also Sprache, Kultur und fremder Rechtsrahmen. Hier müsse die Politik noch stärker als bisher Hilfestellung leisten, so Tiefensee. Auch die Länder und die Auslandsförderer müssten stärker eingebunden werden. Ein weiteres Problem für ostdeutsche Unternehmen ist die Finanzierung ihrer Außenhandelsbeziehungen. So bestehen insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen in Ostdeutschland strukturelle Nachteile, die sich im Zuge der Wirtschaftskrise noch verstärkt haben. Aufgrund niedriger Eigenkapitalquoten sind Exportkredite schwer zu bekommen.

Ostdeutsche Firmen exportieren hauptsächlich ins europäische Ausland. Hir entwickelte sich in den vergangenen Jahren besonders das Geschäft mir osteuropäischen Ländern. Starke Wachstumsmärkte sind jedoch auch Afrika und Lateinamerika.

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