Außenwirtschaftsumfrage
Exporteure trotzen dem Euro

Obwohl der Euro auf Rekordhöhe gestiegen ist, sind die deutschen Industrieunternehmen überzeugt, im laufenden Jahr ihre Exporte um neun Prozent steigern zu können. Das geht aus der aktuellen Außenwirtschaftsumfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hervor. Die Exporteure sind damit sogar noch optimistischer als zu Jahresbeginn.

HB BERLIN. Zu Jahresbeginn hatten die Exporteure noch mit einem Anstieg von sieben Prozent für das Jahr 2007 gerechnet, berichtet die „Welt am Sonntag“. Im kommenden Jahr wird wiederum eine leichte Abschwächung der Zuwachsrate mit erwarteten sieben Prozent vorhergesagt. „Die Stimmung der Exportwirtschaft ist gut“, sagte Klaus Bräunig, Sprecher der BDI-Hauptgeschäftsführung, dem Blatt. „Unseren Unternehmen wird 2007 wohl abermals das Kunststück gelingen, nicht nur mit den Märkten zu wachsen, sondern zusätzlich Marktanteile gutzumachen.“

Den Prognosen zufolge wird der Welthandel in diesem Jahr voraussichtlich um 7,5 Prozent zulegen. Im kommenden Jahr dürfte sich das Wachstum auf sieben Prozent abschwächen. Sorgen bereite den Exporteuren dabei insbesondere die langsamere Wachstumsdynamik in den USA. Im Vergleich mit anderen Exportmärkten seien die Erwartungen für die USA mit Abstand am schlechtesten. „Die Märkte in Osteuropa und Asien boomen, aber der Export in die USA stagniert“, sagte Bräunig. „Doch im Gegensatz zu früheren Jahren verdirbt dies gesamtwirtschaftlich unseren Exporteuren keineswegs die allgemeine Stimmung.“

Dabei rechne der Verband damit, dass der Euro weiter steigen wird. „Höchststände des Wechselkurses von 1,50 Dollar je Euro sind in den kommenden Monaten durchaus möglich“, heißt es dem Blatt zufolge in dem BDI-Bericht weiter. Dennoch dürften sich die Auswirkungen für die deutschen Exporteure dank der gemeinsamen europäischen Währung und des wachsenden Exportanteils nach Europa in Grenzen halten. Zudem ist der Anteil der importierten Vorprodukte und Rohstoffe an den deutschen Exporten nach Schätzungen des Verbandes inzwischen auf rund 40 Prozent gestiegen. Diese natürliche Form der Wechselkursabsicherung schütze international aufgestellte Unternehmen vor den Auswirkungen der Wechselkursschwankungen.

Dennoch werde sich der Außenhandel als Konjunkturmotor in Deutschland zusehends abschwächen. Zwar rechneten die BDI-Experten damit, dass der Außenbeitrag, also die Differenz aus Ausfuhren und Einfuhren, im Gesamtjahr angesichts eines erwarteten Importwachstums von sieben Prozent noch einmal einen neuen Rekordwert erreichen werde. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert den Angaben zufolge bei 80 Milliarden Euro. Spätestens 2008 werde die bereits spürbar gestiegene Binnennachfrage jedoch auch beim Außenbeitrag deutliche Auswirkungen hinterlassen. „Damit steht fest, dass der Außenhandel im kommenden Jahr erstmals seit 2003 keinen Beitrag für das deutsche Wirtschaftswachstum leisten wird.“

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