Außerordentliche Sitzung des Gremiums aber noch nicht geplant
Bewegung in Mercedes-Krise

In der Mercedes-Führungskrise könnte bald eine Vorentscheidung fallen. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX stimmt sich die vierköpfige Aufsichtsratsspitze von Daimler-Chrysler derzeit telefonisch über das weitere Vorgehen ab. Das Unternehmen wollte dies am Dienstag nicht kommentieren.

dpa-afx STUTTGART. Dem Präsidialausschuss des Kontrollgremiums gehören Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper, der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Erich Klemm, Bayer-Aufsichtsratschef Manfred Schneider und der IG Metall-Funktionär Thomas Klebe an. Ihre Empfehlung würde anschließend an die 16 übrigen Aufsichtsräte weiter geleitet. Eine außerordentliche Sitzung des Gremiums ist aber noch nicht geplant.

Weiterhin werde eine Übergangslösung mit dem designierten Konzernchef Dieter Zetsche favorisiert, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. Der jetzige Chrysler-Boss könne noch vor der Automesse IAA im September von Detroit nach Stuttgart wechseln und als Cordes-Nachfolger für einige Monate die Mercedes Car Group leiten.

Zu welchem Datum der amtierende Mercedes-Chef Eckhard Cordes den Autobauer verlässt, ist noch offen. Für einen "Rücktritt vom Rücktritt" stehe Cordes jedoch definitiv nicht mehr zur Verfügung, erfuhr dpa-AFX. Der 54-Jährige hatte nach dem verlorenen Machtkampf um die Schrempp-Nachfolge vor rund zehn Tagen Aufsichtsratschef Hilmar Kopper in einem Brief seinen Rücktritt angeboten.

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