Außerplanmäßige Belastungen
Dürr muss Prognose drastisch zurücknehmen

Der Anlagenbauer Dürr hat wegen gravierender technischer Probleme mit neuen Produktionsanlagen für die Autoindustrie seine Gewinnprognose für 2004 drastisch gesenkt.

HB STUTTGART. Der Gewinn vor Steuern werde 2004 zwischen acht und zwölf Mill. € liegen, teilte Dürr in der Nacht zum Freitag in Stuttgart mit. Eigentlich wollte der schwäbische Hersteller von Lackier- und Endmontagebändern für die Autoindustrie in diesem Jahr den operativen Vorsteuergewinn von 18,7 Mill. € aus dem Vorjahr übertreffen. In den beiden Sparten Ecoclean (Reinigungstechnik) und Endmontagesysteme seien außerplanmäßige Aufwendungen von zwölf bis 14 Mill. € entstanden, erklärte Dürr die Korrektur. „Dieser Rückschlag ist mehr als ärgerlich, da unser Ertragssteigerungsprogramm „Sprint Quadrat' gut voran kommt und positive Ergebniseffekte liefert“, sagte Vorstandschef Stephan Rojahn am Freitag. Die Gesamtentwicklung des Konzerns sei dadurch nicht beeinträchtigt. Das mehr als 20 Mill. € teure Restrukturierungsprogramm hatte Dürr im vergangenen Jahr sogar in die roten Zahlen gedrückt.

Die im Kleinwerteindex SDax notierte Dürr-Aktie gab zunächst um fünf Prozent nach, am Nachmittag war sie mit 14,50 € noch um 1,7 % schwächer. Auch die im Juni aufgelegte Hochzins- Anleihe über 200 Mill. € brach ein.

Rojahn sagte in einer Telefonkonferenz, bei der Einführung „modernerer und aufwendigerer“ Anlagen zur Fahrzeugendmontage durch die Tochterfirma Durr Production Systems in Nordamerika habe nachgebessert werden müssen, was sieben bis acht Mill. € koste. Auch bei einer Anlage zur Entfernung von Spänen an neu entwickelten Magnesium-Druckguss-Motorblöcken, die noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden sollen, seien technische Probleme aufgetreten. Fünf bis sechs Mill. € zusätzlich brauche Dürr dafür zusätzlich. Rojahn sagte, Dürr wolle solche Risiken künftig durch ein besseres Projektmanagement und eine bessere Qualifikation des Personals reduzieren.

Mit dem Rückzug aus einem Großprojekt in den USA, wo Dürr die Lackiererei eines neuen Chrysler-Werks in Toledo im Bundesstaat Ohio betreiben wollte, hätten die Zusatzkosten nichts zu tun, betonte Rojahn. Dies sei allein an der zwischen DaimlerChrysler und Dürr strittigen Finanzierung gescheitert.

In den übrigen Bereichen gebe es keine Probleme, betonte der Vorstandschef. Der Geschäftsverlauf in der größten Sparte Paint Systems (Lackieranlagen) sei stabil und erfülle die Erwartungen. Dort hatte Vorstand Reinhold Grau per Ende Oktober überraschend den Hut genommen. Der Bereich Messtechnik soll 2004 wie geplant die Gewinnschwelle erreichen und sich damit im Vergleich zu 2003 um zehn Mill. € verbessern.

Die Ergebnisse für das dritte Quartal will Dürr am kommenden Freitag vorlegen. Im ersten Halbjahr hatte der Vorsteuergewinn bei 8,3 Mill. € gelegen.

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