Aussicht vorsichtig
Pharmariese Glaxo mit starkem Gewinnplus

Trotz einer überraschend deutlichen Steigerung des Gewinns dank starker Impfstoffumsätze und guter Verkaufszahlen einiger Gesundheitsprodukte, bleibt der britische Pharmariese Glaxo-Smith-Kline vorsichtig. Aufgrund des zurückhaltenden Geschäftsausblicks für das Gesamtjahr knickte die Aktie zum Nachmittag leicht ein.

HB LONDON.Für das zweite Quartal wies der Konzern am Mittwoch ein Vorsteuerergebnis von 2,02 Mrd. Pfund aus - ein Plus von 13 Prozent. Im Arzneimittelgeschäft machten dem Unternehmen im Berichtszeitraum allerdings rückläufige Umsätze mit der Diabetes-Pille Avandia und der Wettbewerb durch Nachahmerarzneien in den USA zu schaffen. Zudem gab der neue Konzernchef Andrew Witty am Mittwoch einen eher vorsichtigen Geschäftsausblick für das Gesamtjahr. Die Aktie büßte daraufhin bis zum Nachmittag leicht ein.

„GlaxoSmithKline begegnet den Herausforderungen in diesem Jahr gut“, erklärte Witty, der seit Mai dem Konzern vorsteht. Pro Aktie verdiente Glaxo 27,2 Pence. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 25 Pence gerechnet. Europas größter Pharmakonzern setzte in den Monaten April bis Juni 5,87 Mrd. Pfund um, das sind vier Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Für das Gesamtjahr bekräftigte das Management frühere Prognosen, wonach der Gewinn je Aktie zu konstanten Wechselkursen um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zurückgehen werde. Glaxo sei weiterhin mit Unsicherheiten in diesem Jahr konfrontiert, sagte Witty. Zwar beginne sich beispielsweise das Geschäft mit dem Diabetesmittel Avandia zu stabilisieren. Bei anderen Medikamenten wie etwa dem Epilepsie-Mittel Lamictal werde aber Wettbewerb durch Generika zu sehen sein. Die Umsätze mit dem Diabetesmittel Avandia waren im zweiten Quartal um 46 Prozent auf 194 Mill. Pfund eingebrochen. Im US-Markt schrumpften sie sogar um 54 Prozent. Bei Analysten kam der Quartalsbericht nicht gut an. „Es ist klar, dass die wichtigen Wachstumstreiber unter Druck bleiben“, kommentierte Jeremy Batstone-Carr von Charles Stanley.

Dagegen legten die Impfstoffumsätze um 34 Prozent auf 577 Mill. Pfund zu. Dabei erhöhten sich nach Unternehmensangaben insbesondere die Geschäfte mit Hepatitis-Impfstoffen in den USA. Trotz guter Impfstoffgeschäfte gingen die Pharma-Umsätze aber insgesamt um zwei Prozent auf 4,9 Mrd. Pfund zurück. In den USA sanken die Erlöse sogar um acht Prozent, wogegen Glaxo in Europa dank Impfstoffen und neuerer Medikamente vier Prozent mehr umsetzen konnte. Mit dem Mittel Advair gegen Asthma und Raucherlunge kam Glaxo auf Erlöse von 964 Mill. Pfund, ein weltweites Plus von sechs Prozent. In den USA legten die Erlöse mit dem Mittel dagegen nur um zwei Prozent zu.

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