Ausstieg aus dem Bieterwettstreit um Züblin
Züblin-Verkauf: Hochtief macht Strabag Platz

Hochtief hat das Interesse an Züblin verloren. Der Essener Baukonzern wollte die Tochter der insolventen Walter Bau mehrheitlich aufkaufen, scheiterte aber. Nun ist der Weg für Konkurrent Strabag frei.

HB DÜSSELDORF. Hochtief habe sich nach „langen, intensiven und konstruktiven Verhandlungen“ entschlossen, kein Angebot einzureichen, teilte der Konzern am Donnerstag in Essen mit. Die Gesprächspartner hätten sich nicht auf ein Konzept verständigen können, das sowohl den Interessen von Züblin als auch denen der alten und potenziellen neuen Anteilseigner gerecht werde. Näher begründen wollte Branchenprimus Hochtief seinen Rückzug nicht. Über Einzelheiten sei Vertraulichkeit vereinbart worden, hieß es lediglich.

Anfang April hatte Hochtief erstmals öffentlich Interesse an Züblin angemeldet. „Die Hochtief-Aktiengesellschaft stellt ein Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung und die unternehmerische Führung der Ed. Züblin AG in Aussicht“, hieß es damals. In Gesprächen wollten Vertreter des Konzerns die Züblin-Eigner von ihrem Konzept überzeugen. Grundsätzlich hatte sich der Konzern sowohl für die vom Insolvenzverwalter der Walter Bau als auch für die von der Bayern-LB gehaltenen Anteile an der Stuttgarter Züblin interessiert.

Das zur Insolvenzmasse der Walter Bau gehörende Aktienpaket von 4,9 Prozent an Züblin war indes an den deutsch-österreichischen Konkurrenten Strabag gegangen. Weitere knapp 49 Prozent sind an die Bayern-LB verpfändet.

Hochtief hatte auch Gespräche mit der Stuttgarter Unternehmerfamilie Lenz geführt, der ein großes Aktienpaket an Züblin gehört. Die Geschäfte der beiden Konzerne ergänzten sich gut, hatte eine Hochtief-Sprecherin das Interesse begründet. Neben der Strabag hatte die Familie Lenz zusammen mit dem US-Finanzinvestor Zwirn für den von der Bayern-LB gehaltenen Züblin-Anteil geboten.

Die Strabag hatte sich zudem Mitte April bereit erklärt, mehr als die bislang gebotenen 58 Millionen Euro für den bei der Bayern-LB verpfändeten Züblin-Anteil zu bieten. Strabag will Züblin in seine Gruppe eingliedern, um gemessen an den Inlands-Bauaktivitäten in Deutschland Branchenführer zu werden. Bei einer Fusion Züblins mit der deutschen Tochter von Strabag könnten durch den Abbau von 250 Stellen jährlich 25 Millionen Euro in der Verwaltung gespart werden.

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