Ausstieg aus der Kernkraft
Atomkonzerne in der Bredouille

RWE prüft eine Klage, die anderen Betreiber von Kernkraftwerken beraten sich - der nächtliche Koalitionsbeschluss zum Atomausstieg passt der Branche überhaupt nicht. Experten haben die Folgen schon ausgerechnet.
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DüsseldorfNach dem Beschluss, bis spätestens 2012 aus der Atomkraft auszusteigen, droht den Energieversorgern Ungemach. "Die Entscheidung, an der Brennelementesteuer festzuhalten, wird eine negative Marktreaktion hervorrufen", so LBBW-Analyst Bernhard Jeggle. "Einige Marktteilnehmer hatten erwartet, dass die Steuer gekippt wird". Die Entscheidung für das Jahr 2022 als spätester Ausstiegszeitpunkt entspreche dagegen den Erwartungen. Nichtsdestotrotz werde man die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr um sechs bis elf Prozent kürzen müssen. Auch die DZ Bank geht von einem geringeren Gewinn aus.

Tatsächlich drückten die Pläne der Koalition die Aktien von RWE und Eon ins Minus. Die Titel verloren jeweils gut zwei Prozent. "Vor allem die Tatsache, dass die Brennelementesteuer nicht abgeschafft wird, belastet die Versorger", sagte ein Händler. In den vergangenen Wochen hatte die Hoffnung auf ein Aus der Atomsteuer den Titeln noch Rückenwind gegeben.

In der Nacht hatten die Spitzen der schwarz-gelben Koalition auf einen Ausstieg bis spätestens 2022 verständigt. Die acht älteren Atomkraftwerke - inklusive Krümmel - blieben vom Netz, sagte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) am frühen Montagmorgen. Sechs weitere Meiler sollten bis spätestens 2021 vom Netz gehen, die drei neuesten AKW dann 2022. Die Regelung entspreche insgesamt einer Restlaufzeit von 32 Jahren, die in der nächsten Dekade noch genutzt werden könnten. "Aber definitiv: Das späteste Ende für die letzten drei Atomkraftwerke ist dann 2022", betonte Röttgen. Die umstrittene Brennelementesteuer werde nicht abgeschafft.

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