Ausstieg
Daimler verliert Großaktionär Abu Dhabi

Der Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi will sich offenbar aus dem Autokonzern Daimler und dessen Formel-1-Rennstall zurückziehen. Über die Modalitäten dürfte derzeit noch verhandelt werden. Die Aktie rutscht ins Minus.
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StuttgartDas Emirat Abu Dhabi will seine Beteiligung an Daimler abgeben. Der Staatsfonds Aabar wolle sich aus dem Stuttgarter Automobilkonzern zurückziehen, erfuhr Reuters am Donnerstag von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen. Dies könne über Optionsgeschäfte abgewickelt werden. Zuvor hatte schon das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Konzernkreise von dem Vorhaben berichtet. Derzeit werde über die Modalitäten des Ausstiegs verhandelt. Ein Investmentbanker sagte, dass Aabar schon länger über einen Ausstieg bei Daimler nachdenke.

Die Daimler-Aktie drehte nach der Meldung ins Minus und verlor bis zum Mittag 2,7 Prozent. Bei Aabar war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen, bei Daimler will man nichts von einem bevorstehenden Ausstieg wissen. „Wir haben keine Erkenntnisse, dass Aabar seinen Anteil an Daimler reduzieren will“, sagte ein Sprecher.

„Es hat dazu mit uns keine Gespräche gegeben“, fügte er hinzu. Aabar halte nach derzeitigen Kenntnissen rund neun Prozent der Stimmrechte an dem Stuttgarter Autobauer. „Es bleibt bei 9,04 Prozent“, sagte der Sprecher. Daimler und Aabar arbeiteten weiter zusammen, unter anderem in der Rennserie Formel Eins und in Algerien.

Der Staatsfonds ist der größte Einzelaktionär von Daimler - inklusive an Dritte verliehener Aktien, auf die Aabar aber einen Rückübertragungsanspruch hat. Knapp sieben Prozent hält der Staat Kuwait. Aabar war im März 2009 bei Daimler eingestiegen und hatten dem durch die damals herrschende Branchenkrise gebeutelten Konzern fast zwei Milliarden Euro zugeschustert.

20,27 Euro hatte der Staatsfonds damals je Daimler-Aktie bezahlt und betont, das Investment sei langfristig angelegt. Inzwischen sind deutsche Luxusautos wieder gefragt, der Aktienkurs des Autobauers hat sich auf 41,65 Euro verdoppelt.

Anfang April hatte sich Abu Dhabi bereits von seiner siebenprozentigen Beteiligung am Daimler-Partner Tesla Motors getrennt. Durch den Verkauf an der Börse verbuchte der staatliche Energiekonzern Abu Dhabi National Energy (TAQA) einen Gewinn von 113 Millionen Dollar. Daimler entwickelt mit Tesla unter anderem Fahrzeug-Batterien auf Lithium-Ionen-Basis und ist mit 7,8 Prozent an dem amerikanischen Elektroauto-Hersteller beteiligt. Am Formel-1-Team von Mercedes ist Aabar mit 40 Prozent beteiligt.

Im Zuge der 2010 eingegangenen Partnerschaft mit der Renault-Nissan-Allianz erwarb auch diese 3,1 Prozent an Daimler. 66,5 Prozent der Anteile werden von institutionellen Investoren gehalten, die restlichen 20,4 Prozent von privaten Investoren.

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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ...nix Kameltreiber..... aruba. Die Jungs in ihren weißen Pellerienen wissen genau wo und wie die Glocken läuten und was draußen außerhalb ihrer Sphäre über mercedes gesprochen und geschrieben wird. Tatsache ist, daß mercedes abgewirtschaftet hat. Die letzten Vorstandsvorsitzenden haben die Firma immer weiter runter gewirtschaftet. Kaufleute leiten diese ehemals feine Adresse. Sie ist es nicht mehr. Ich bin jetzt gerade hier in Schweden und sehe Fahrzeuge der Marke v. d. A- bis S-Klasse mit Rost herumfahren. Der Sprinter ist ein Katastrophe, eine Superkatastrophe. Es gibt kein Wagen hier und auch zuhause in Deutschland, der nicht nach wenigen Jahren Rostspuren zeigt. Mercedes ist ein Sauladen geworden. Herr Zetsche soll schnellstens nach Hause gehen. Der gesamte Vorstand müßte fristlos entlassen werden. Es muß wieder wie früher ein fähiger Konstrukteur diese Firma steueren, wie bei VW Winterkorn und Piech. Ich werde nie mehr einen Mercedes kaufen, als alter Kunde der 55 Jahre der Firma treu war. Es ist aus und schluß mit mercedes. Es war einmal. Und dann die Unverschämtheit, Preise zu nehmen, die überhaupt nicht mehr zu den Fahrzeugen passt. Man würde ja bezahlen, wenn die Qualität besser wäre. Aber es ist nicht mehr. Das man sich heute noch über Rost unterhalten muß ist Annachronismus. Die Scheichs wissen schon warum sie so gehandelt haben. Sie lesen auch die deutsche Presse in dem sie ihnen übersetzt wird. Volkswagen gehört auf den Thron. Es ist traumhaft, was Winterkorn und Piech aus den einzelnen Marken und der Gesamtheit gemacht haben. Ein Haleluja für die beiden.

  • Da schreibt er wieder, der richtig bieder verbitterte Bankier, ähhh...verlorene Bänkster. Diese Verbitterung ist so richtig spießig-deutsch, kleinkämerisch. Wenn...wenn Sie wirklich erfolgreicher Bankier gewesen wären, so säßen Sie nicht 2-3x pro Wo am PC und würden verbal abfrustrieren. Sondern Sie wären in Genf oder ähnlich repräsentativen Locations statt im staubigen Bochum..

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