Ausstieg mit 62 Jahren möglich
VW weitet Altersteilzeit massiv aus

Während die große Koalition die Rente mit 67 beschließt, geht der Volkswagen-Konzern einen ganz anderen Weg: Er weitet angesichts großer Überkapazitäten sein Modell der Altersteilzeit für die deutschen Mitarbeiter massiv aus. Die Wolfsburger haben sich dafür mit der IG-Metall auf ein erweitertes Modell für den Vorruhestand geeinigt. Danach können Arbeitnehmer schon mit 58 ihre Arbeitszeit deutlich zurückfahren.

HB WOLFSBURG. Ein Gewerkschaftssprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Die Neuregelung ermöglicht eine Streckung der Altersteilzeit bis auf sieben Jahre. In dieser Zeit zahlt VW 85 Prozent des Tarifgehaltes. Die Beschäftigten müssen aber nur die Hälfte der sieben Jahre noch arbeiten, ehe sie dann mit 62 in den Ruhestand gehen. Darüber hinaus ersetzt VW die Hälfte der Rentenabschläge, die durch den Renteneintritt mit 62 statt 65 entstehen.

Die neue Regelung könnten schätzungsweise 7 000 der rund 100 000 westdeutschen VW-Beschäftigten in Anspruch nehmen. Damit erhöht sich die Zahl der Berechtigten für die Altersteilzeit bei VW auf 13 300. Schon früher hatten 6 300 Mitarbeiter Verträge für den Vorruhestand unterschrieben. Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine forderte weitere Vereinbarungen nach dem VW-Modell und eine Abkehr von einer pauschalen Rente mit 67 Jahren. „Wer in der Golf-Montage im Akkord arbeitet, kann das nicht bis 67 tun“, sagte Meine der Zeitung.

Volkswagen will im Rahmen seines Sparkurses das Personal verringern. Dabei setzt Europas größter Autobauer auf Altersteilzeit und Abfindungen. Die von VW angebotenen Abfindungen waren zuletzt von der Belegschaft nur schleppend angenommen worden. Es wird damit gerechnet, dass VW allein in Deutschland rund 10 000 abbauen will. Die Kapazität in den deutschen Werken ist bei weitem nicht ausgelastet.

Der neue VW-Tarifvertrag berücksichtigt damit die neue Gesetzgebung, wonach von 1952 an Geborene frühestens im Alter von 62 Jahren vorzeitig in Rente gehen können, wenn sie mindestens 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben.

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