Australien-Geschäft
Bilfinger Berger erlöst mit Valemus-Verkauf eine Milliarde Dollar

Bilfinger Berger kommt einen großen Schritt bei der geplanten Verkleinerung des Baugeschäfts voran: Der Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern verkauft seine australische Tochter Valemus an den Immobilienentwickler Lend Lease – ein Milliardendeal.
  • 0

DÜSSELDORF. Bilfinger-Berger-Chef Herbert Bodner überreicht seinem Nachfolger Roland Koch ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Er bringt den Verkauf des Australien-Geschäfts des Unternehmens noch vor den Festtagen unter Dach und Fach. Der Mannheimer Baukonzern veräußert die Tochter Valemus an das australische Bau- und Immobilienunternehmen Lend Lease für umgerechnet rund 700 Millionen Euro. Netto fließen dem Konzern – nach Abzug von Schulden – rund 500 Millionen Euro zu.

„Das ist ein wesentlicher strategischer Schritt, um unser Baugeschäft wie geplant zu verkleinern und unser Servicegeschäft auszubauen“, sagte Finanzvorstand Joachim Müller gestern in einer Telefonkonferenz. Vorstandschef Bodner selbst, der den Chefposten Mitte nächsten Jahres an den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Koch übergibt, hat sich bereits in den Weihnachtsurlaub verabschiedet.

Bodner arbeitet seit Jahren daran, den zweitgrößten deutschen Baukonzern zu einem Dienstleister umzuwandeln. Denn dort sind die Risiken – etwa von ausufernden Projektkosten – geringer und die Margen höher als im klassischen Baugeschäft. Nach dem Verkauf von Valemus sinkt der Anteil des Baugeschäfts am Gesamtumsatz in Höhe von acht Milliarden Euro auf nur noch 2,5 Milliarden Euro. Bodner hat das Ziel ausgegeben, das klassische Bauen auf einen Umsatz von nur noch zwei Milliarden Euro zu reduzieren. „Das werden wir bis Ende 2011 oder spätestens 2012 erreichen“, kündigte Müller an.

Bodner gelingt der Verkauf des Australiengeschäfts erst im zweiten Anlauf. Im Sommer musste er den Börsengang der Tochter kurz vor dem Ziel abblasen, weil die Kurse an der australischen Börse am Boden lagen. Deshalb verhandelte er in den vergangenen Monaten auch mit strategischen Investoren.

Die Börse begrüßte den Verkauf. Der Kurs stieg zunächst um gut ein Prozent, schloss aber mit einem leichten Minus. „Jetzt ist der Wandel in Richtung Dienstleistungen nahezu abgeschlossen“, lobte Ralf Dörper, Analyst der WestLB. „Schon im nächsten Halbjahr werden wir voraussichtlich sehen, wo das Geld investiert wird.“

Doch Finanzvorstand Müller dämpfte die hohen Erwartungen. „Wir haben keinen Zeitdruck.“ Er räumte aber ein, dass der Vorstand „zehn bis zwanzig Firmen auf der Akquisitionsliste“ habe. Insgesamt steht Bilfinger Berger rund eine Milliarde Euro für Zukäufe zur Verfügung.

Seite 1:

Bilfinger Berger erlöst mit Valemus-Verkauf eine Milliarde Dollar

Seite 2:

Kommentare zu " Australien-Geschäft: Bilfinger Berger erlöst mit Valemus-Verkauf eine Milliarde Dollar"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%