Austrian Airlines
AUA-Verkauf: Wien verhandelt ausschließlich mit der Lufthansa

Der Verkauf der wirtschaftlich angeschlagenen Austrian Airlines geht offenbar in die Zielgerade. Der AUA-Eigentümer, die staatliche Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG), teilte am Donnerstag mit, ab sofort nur mehr mit der Lufthansa abschließende Gespräche über den Verkauf des 42-prozentigen Staatsanteils zu führen.

HB WIEN. Der Vertragsabschluss werde von ÖIAG-Chef Peter Michaelis innerhalb eines Monats erwartet. In der Aufsichtsratsitzung der ÖIAG am 5. Dezember sollen die erforderlichen Beschlüsse gefasst werden, hieß es. Die Lufthansa Gremien tagen am 3. Dezember. Die Lufthansa wollte den Verlauf der Verhandlungen nicht kommentieren.

In den Gesprächen mit der Lufthansa würden nun die Möglichkeiten einer EU-konformen Abwicklung der von der Lufthansa geforderten teilweisen Übernahme der Lasten der AUA evaluiert, teilte die ÖIAG mit.

Die AUA sitzt derzeit auf einem Schuldenberg von knapp einer Milliarde Euro. Zudem wird die österreichische Fluglinie 2008 einen Verlust von bis zu 120 Mio. Euro einfliegen. Ohne starken strategische Partner würde der AUA ein radikales Sparprogramm drohen. Die Fluglinie müsste auf die Hälfte ihrer Größe schrumpfen.

"Wir sind mit der Abwicklung der EU-rechtlichen Fragen bezüglich es negativen Kaufpreises beschäftigt", wird Michaelis in der Aussendung zitiert. Gleichzeitig würden die abzuschließenden Verträge in allen Details finalisiert.

Die österreichische Regierung hat zur Erfüllung des Verkaufsprozesses bereits zugesichert, der AUA mit bis zu 500 Mio. Euro unter die Arme zu greifen. Diese Transaktion muss aber von der EU-Kommission genehmigt werden. Dabei muss überprüft werden, ob es sich um eine unerlaubte Staatsbeihilfe handelt. Das Beihilfenrecht soll fairen Wettbewerb zwischen allen Anbietern im EU-Binnenmarkt garantieren.

Ein von der ÖIAG in Auftrag gegebenes Gutachten bestätige die EU-Konformität des Verkaufsprozesses, teilte die Staatsholding weiter mit. Kein Interessent sei bevorzugt worden und allen Bietern seien die gleichen Informationsmöglichkeiten offengestanden. Die russische S7 und die Air France-KLM seien endgültig aus dem Bieterprozess ausgeschieden, hieß es.

Die Lufthansa hat von Beginn an als Favorit für den Kauf der wirtschaftlich angeschlagenen Fluglinie gegolten. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sagte kürzlich, dass er sich eine Übernahme der AUA gut vorstellen könne. Beide Unternehmen würden in ihrer Kultur, dem Produkt, der Strategie und ihrer Vision gut zusammenpassen. Von einer Übernahme erhoffe er sich erhebliche Kostensynergien, sagte er Ende Oktober. Der Lufthansa-Chef forderte aber eine "faire" Verteilung der AUA-Schulden.

Nach Angaben der österreichischen Übernahmekommission erwägt die Lufthansa auch ein Angebot an den Streubesitz. Die Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie muss aber in österreichischen Händen bleiben. Darauf hatte sich die Regierung festgelegt.

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