"Auto 5000": VW will Sparmodell für alle Arbeiter

"Auto 5000"
VW will Sparmodell für alle Arbeiter

VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder will mit den Betriebsräten darüber verhandeln, dass künftig alle Mitarbeiter 42 statt 28,8 Stunden bei gleichem Lohn arbeiten.

HB WOLFSBURG. Volkswagen erwägt Konzernkreisen zufolge, die Arbeitsbedingungen seiner kostengünstigen Tochter „Auto 5000“ auf möglichst alle Beschäftigte in den deutschen Werken zu übertragen. „Auto 5000 ist ein Erfolgsmodell, das sicher im Konzern auf andere Bereiche übertragen werden sollte“, sagte eine mit den jüngst angekündigten Sparplänen vertraute Person aus dem Konzernumfeld der Agentur Reuters. Dies würde bedeuten, dass auf die bislang nach VW-Haustarif beschäftigten Arbeiter erhebliche Lohneinbußen zukommen könnten oder eben entsprechende Mehrarbeit für das gleiche Geld.

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ hatte vorab berichtet, dass Pischetsrieder und VW-Markenchef Wolfgang Bernhard das deutlich günstigere Tarifmodell in den anstehenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat sowie der Gewerkschaft IG Metall vorschlagen wollten. Ein VW-Sprecher lehnte einen Kommentar ab und sagte lediglich: „Wir werden uns jetzt erstmal mit der Arbeitnehmerseite unterhalten.“ Die Verhandlungen über eine Verschärfung des Sparkurses würden nicht öffentlich geführt.

Die im Tarifmodell „Auto 5000“ beschäftigten VW-Arbeiter verdienen monatlich knapp 2 600 Euro und müssen dafür bis zu 42 Stunden pro Woche ableisten. Ihre nach VW-Haustarif bezahlten Kollegen kommen auf den gleichen Lohn dagegen schon für 28,8 Arbeitsstunden die Woche.

20 000 Arbeitsplätze auf dem Prüfstand

Am Vortag hatte die Konzernführung bei Bekanntgabe ihrer Geschäftszahlen für 2005 mitgeteilt, dass im Zuge eines neuen Sanierungsprogramms bis zu 20 000 Arbeitsplätze in den unrentablen und zu schwach ausgelasteten westdeutschen VW-Werken auf dem Prüfstand stünden. Von der Neustrukturierung der Montage- und Komponentenwerke in Inland könnte innerhalb von drei Jahren damit jeder fünfte der gut 100 000 Beschäftigten der Kernmarke VW betroffen sein.

„Es geht nicht darum, 20 000 Arbeitsplätze abzubauen“, hatte Pischetsrieder allerdings betont. Ziel sei vielmehr eine deutliche Senkung der Arbeitskosten, damit VW wieder rentabel produziere. Im vergangenen Jahr landete die Marke operativ nur knapp über der Null-Linie, was Pischetsrieder als „völlig unbefriedigend“ bezeichnete. Börsianer hatten zum Wochenschluss mit massiven Zukäufen auf die Ankündigung reagiert und der VW-Aktie zu einem für einen Dax-Wert beachtlichen Kurssprung von fast zehn Prozent auf 55,40 Euro verholfen. Das Papier ist damit so viel wert wie seit Juni 2002 nicht mehr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%