Auto-Allianz
Peugeot greift nach Mitsubishi

Nach Renault und Nissan bahnt sich eine weitere enge Allianz eines französischen und japanischen Autoherstellers an. PSA Peugeot Citroen und Mitsubishi Motors prüfen eine engere Zusammenarbeit und gegenseitige Finanzbeteiligungen. Die Aktionäre sind begeistert.
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TOKIO. Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroen will sich an seinem japanischen Entwicklungspartner Mitsubishi Motors beteiligen. Entsprechende Gespräche seien bereits weit gediehen, bestätigten Unternehmenskreise gestern dem Handelsblatt. Die Höhe der Beteiligung und andere Details stehen zwar noch nicht fest. Als sicher gilt jedoch, dass beide Seiten die Hochzeit wollen. „Wenn es etwas Konkretes bekannt zu geben wird, werden wir es ohne Verzögerung bekannt geben“, sagte ein Sprecher in Tokio. Branchenkenner nannten eine Beteiligung im Bereich von 30 bis 50 Prozent an Mitsubishi für realistisch. Das wäre genug für einen Mehrheitsanteil mit Kontrolle über das Management der Japaner.

Die Nachricht zog gleich mehrere Autowerte nach oben. Mitsubishi-Aktien notierten in Tokio zwischenzeitlich 13,5 Prozent im Plus. Auch Daimler (plus 1,3 Prozent) und BMW (plus 1,75 Prozent) zogen im frühen Handel in Frankfurt an.

Peugeot wagt sich damit an eine Herausforderung, mit der Daimler im Jahr 2005 gescheitert war. Im Jahr 2000 hatte der deutsche Konzern einen Anteil von 34 Prozent erworben und ein eigenes Führungsteam nach Japan geschickt. Mitsubishi sollte das Tor nach Asien für die geplante Welt-AG sein. Danach kamen jedoch versteckte Schulden und vertuschte Qualitätsmängel ans Licht, die Daimler zum Aufgeben zwangen. Heute gehört der Anteil von etwas mehr als einem Drittel wieder anderen unternehmen der Mitsubishi-Gruppe wie dem Schwerindustriehersteller oder der Bank gleichen Namens. Der derzeitige Firmenchef Osamu Masuko kommt von dem Handelshaus Mitsubishi Corp.

Doch die Lage sieht heute deutlich anders aus als vor genau zehn Jahren, zur Zeit der Verhandlungen zwischen Stuttgart und Tokio. Damals hatte Daimler sich mit 450 Mrd. Yen (3,5 Mrd. Euro) in ein Unternehmen mit etwa 15 Mrd. Euro Schulden eingekauft und wusste nur wenig von den wahren Schwierigkeiten der Japaner. Trotz der schlechten Lage war zudem in der Firmenkultur noch einiges übrig von der Kompliziertheit und Arroganz des Mitsubishi-Konglomerats.

Heute ist das Unternehmen transparent, bescheiden, auf das Nötigste heruntergespart – und dennoch zukunftsträchtig, denn das Elektroauto iMiev wird als erstes seiner Art im kommenden Jahr in Großserie herauskommen. Die Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai“ spekulierte denn auch über einen eher großzügigen Kaufpreis von etwa 1,5 bis zwei Mrd. Euro.

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