Auto-Allianzen
Suzuki erteilt Volkswagen eine Absage

Der japanische Autohersteller Suzuki will nicht Teil des Wolfsburger Autoimperiums werden. Entsprechenden Gerüchten erteilte Suzuki eine Absage und schraubte zugleich die eigene Prognose in die Höhe. Für VW-Patriarch Ferdinand Piech wäre das ein Rückschlag.
  • 0

HB TOKIO. Der viertgrößte japanische Autobauer Suzuki hat Spekulationen über ein Bündnis mit dem deutschen Rivalen Volkswagen zurückgewiesen. "Es gibt ein Sprichwort, das sagt: Wo kein Feuer ist, da ist auch kein Rauch. Aber in diesem Fall schaffen sie alle Rauch, obwohl kein Feuer da ist", sagte Vorstandschef Osamu Suzuki zu Journalisten mit Blick auf entsprechende Medienberichte. "Von unserer Seite ist da nichts dran."

Zugleich vervierfachte Suzuki seine Gewinnerwartung für das bis Ende März dauernde Geschäftsjahr. Operativ rechnet der Konzern nun mit einem Überschuss von umgerechnet rund 300 Mio. Euro - rund viermal soviel wie ursprünglich erwartet. Grund dafür ist vor allen Dingen das brummende Geschäft in Indien, aber auch der schwächere Yen und Kostensenkungen. Vor Suzuki hatten bereits Daihatsu und Fuji Heavy Industries, der Hersteller von Subaru-Autos, ihre Ausblicke nach oben geschraubt.

Im zweiten Quartal ging der operative Gewinn bei Suzuki um 7,1 Prozent zurück auf 188 Mio. Euro. Der Konzern machte dafür vor allem die weltweit sinkende Nachfrage und den Anstieg des Yen verantwortlich. Analysten hatten allerdings einen doppelt so schlimmen Einbruch befürchtet. Netto stieg der Überschuss um 27 Prozent auf 78 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte um ein Viertel auf 4,5 Mrd. Euro. Im Gegensatz zu vielen anderen einheimischen Konkurrenten ist Suzuki wesentlich unabhängiger vom arg in Mitleidenschaft gezogenen US-Markt.

Die Spekulationen über den Kauf von Suzuki hatte Piech zweimal selbst angeheizt: Zum ersten Mal im Sommer bei einer Präsentation auf Sardinien. Und zum zweiten Mal zum Start der Internationalen Automobil-Austellung (IAA) im September. Damals sagte Piech: "Ein Dutzend kann man sich leichter merken als zehn." Damit spielte er darauf an, dass er sich zwei neue Marken für das VW-Imperium wünscht. Dazu würden neben Suzuki der Lkw-Herrsteller MAN gehören, an dem VW derzeit knapp 30 Prozent hält.

Ein Fachblatt hatte am Rande der IAA noch einen hochrangigen Suzuki-Manager zitiert mit den Worten:"Wir rechnen damit, dass eine grundsätzliche Verständigung noch in diesem Jahr zustande kommt." Gerüchte über VW und Suzuki gibt es schon länger, im August hatte Reuters von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfahren, es habe schon Gespräche der beiden Firmen gegeben. "Für Suzuki und VW wäre diese Verbindung eine Win-win-Situation", sagte der Suzuki-Manager dem Magazin zufolge weiter. "Suzuki hätte Zugriff auf eine Vielzahl von VW-Technologien, während Volkswagen ein solides Standbein in Indien und in Südostasien erhielte".

VW-Aufsichtsratskreise bestätigten der Automobilwoche zufolge das Interesse an Suzuki: "Wenn es dazu kommen sollte, könnte man von Suzuki eine Menge lernen." Selbst die Motorradsparte sei für VW interessant, da in Schwellenländern die individuelle Mobilität meist mit Motorrollern und Kleinkrafträdern beginne.

Kommentare zu " Auto-Allianzen: Suzuki erteilt Volkswagen eine Absage"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%