Auto-Flaute trifft Zulieferer hart
Elring-Klinger schraubt Erwartungen runter

Lange wurde Elring-Klinger vom Erfolg verwöhnt. Doch die rosigen Zeiten sind vorerst vorbei. Der Autozulieferer hat wegen Schwächen auf den Märkten in Nordamerika und Europa sowie wegen anhaltend hoher Materialkosten seine Jahresziele verworfen.

HB FRANKFURT. Auch der lange vom Erfolg verwöhnte Autozulieferer Elring-Klinger muss angesichts der Flaute bei den Herstellern seine Erwartungen für das laufende Jahr zurückschrauben. Der bereinigte Gewinn werde mit 55 bis 56 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau von 67,2 Mio. Euro liegen, räumte der Spezialist für Dichtungen und Abschirmteile aus dem schwäbischen Dettingen/Erms am Sonntag ein. Bisher hatte Elring-Klinger einen Gewinnanstieg in Aussicht gestellt, der stärker ausfallen sollte als das Umsatzwachstum aus eigener Kraft.

Der Umsatz werde nur wegen des Zukaufs der Schweizer Sevex und der Aufstockung der Beteiligung am Dichtungshersteller Elring-Klinger Marusan in Japan um neun bis zehn Prozent steigen, erklärte das Unternehmen. Ohne diese Akquisitionen würde er auf dem Niveau des Vorjahres von 607,8 Mio. stagnieren. Bisher hatte Elring-Klinger ein Wachstum um fünf bis sieben Prozent aus eigener Kraft in Aussicht gestellt.

"Die Produktionsprozesse und Kostenstrukturen werden - wo erforderlich - mit dem klaren Ziel, die erreichte Ertragskraft zu behaupten, umgehend angepasst", stimmte der Vorstand die Belegschaft auf Einschnitte ein.

Die Produktion von Fahrzeugen gehe in Nordamerika und Europa zurück, die Hersteller riefen immer weniger Teile ab, begründete Elring-Klinger die Gewinnwarnung. "Weitere Produktionskürzungen der Hersteller können nicht ausgeschlossen werden", Anzeichen einer Erholung gebe es nicht. Auch kommendes Jahr sollen Umsatz und Gewinn nur leicht wachsen. Erst ab 2010 erwartet Elring-Klinger wieder die Rückkehr zu Wachstumsraten von fünf bis sieben Prozent auch ohne Zukäufe.

Die zuletzt Jahr für Jahr erhöhte Dividende werde für 2008 - einen Aktiensplit eingerechnet - auf dem Vorjahresniveau von 47 Cent je Aktie verharren, erklärte der Vorstand. Die Aktie war am Freitag auf ein Jahrestief von 8,45 Euro gefallen.

Zuletzt hatte bereits der Nürnberger Kabelbaum-Spezialist Leoni seine Prognose wegen der Flaute am Automarkt zurückgenommen. Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hatte sich im September von dem Ziel verabschiedet, den Umsatz um fünf Prozent zu steigern. "2008 und 2009" gehen wir durch ein tiefes Tal", sagte Geschäftsführer Franz Fehrenbach.

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