Auto-Importeure haben es schwer Deutsche fahren lieber deutsch

Renault, Peugeot und Hyundai haben es schwer auf dem deutschen Markt. Die Konkurrenz unter dem Importeuren wächst – während die Platzhirsche ihre Marktanteile verteidigen. Neue Konkurrenz droht aus China.
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Importeure haben es schwer, Deutsche kaufen lieber heimische Autos. Quelle: Imago
Deutschlandfahne am Außenspiegel

Importeure haben es schwer, Deutsche kaufen lieber heimische Autos.

(Foto: Imago)

FrankfurtIrgendwie war ein Auto schon immer auch Ausdruck für Gesinnung, Persönlichkeit und die Einstellung seines Besitzers. Als Ende der 1960er Jahre politisch vieles im Umbruch war, zeigten sich die Deutschen, die intellektuell etwas auf sich hielten, gerne mit einem Auto aus Frankreich. Wer es sportlicher wollte, wählte ein italienisches Modell.

Als dann in den Neunzigern die Zeit des elektronischen Schnickschnacks anbrach, waren es japanische Autos, mit denen ihre Besitzer in der öffentlichen Wahrnehmung ganz weit vorne lagen. Beide Phasen sind längst Geschichte. Und der Anteil der Importe aus Frankreich, Italien und Japan liegt heute in Deutschland nur noch bei gut der Hälfte wie zu besten Zeiten.

Dabei gibt es über all die Jahre nahezu eine Konstante, die immer Bestand hatte. Egal, wie viele Autos pro Jahr verkauft wurden, der Anteil der deutschen Hersteller lag im eigenen Land so gut wie immer bei 64 Prozent. Die restlichen 36 Prozent kamen von Importeuren aus der ganzen Welt. Nur 2009, dem Jahr der Abwrackprämie, profitierten die ausländischen Hersteller besonders und kamen auf einen Anteil von 41 Prozent.

Für die Importeure wird indes der Kampf um Marktanteile immer härter. „Deutschland ist ein volatiler Markt“, weiß Peter Fuß, der für das Beratungshaus EY die Entwicklung hierzulande seit Jahrzehnten beobachtet. Markentreue im Sinne einer Stammkundschaft gibt es immer weniger. Das gilt erst recht für die Importeure, deren Fahrzeuge oftmals wegen des Preises oder einer besonderen Ausstattung gekauft werden.

Das sind die Gewinner im deutschen Automarkt
Platz 10 – Volvo – 20.500 verkaufte Fahrzeuge* (+10,9 Prozent)
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Der neue Riesen-SUV XC90 (Foto) füllt die Auftragsbücher. Und auch insgesamt schlagen sich die Schweden im Jahresvergleich deutlich besser.

*Stand: 1. Halbjahr 2015, Quelle: KBA

Platz 9 – Nissan – 41.500 verkaufte Fahrzeuge (+12,8 Prozent)
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Der kompakte Qashqai (Foto) der Japaner gehört in seinem Segment zu den Bestsellern. Aber auch Kleinwagen von Nissan wie der Micra schlagen sich im Branchenvergleich gut.

Platz 8 – Suzuki – 18.900 verkaufte Fahrzeuge (+18,8 Prozent)
3 von 10

Die Japaner punkten mit einem ordentlichen Preisleistungsverhältnis und gefälligen Modellen wie dem Swift (Foto). So gewinnen sie weitere Marktanteile in Deutschland – wenn auch auf einem niedrigen Niveau.

Platz 7 – Land Rover – 11.100 verkaufte Fahrzeuge (+19,9 Prozent)
4 von 10

Die Briten profitieren vom grassierenden SUV-Boom. Die schweren Jungs von der Insel verkaufen sich auch in Deutschland blendend.

Platz 6 – Porsche – 18.600 verkaufte Fahrzeuge (+22 Prozent)
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Der Sportwagenbauer hat mit dem kompakten Macan (Foto) einen neuen Bestseller im Angebot und ist dabei auch noch außergewöhnlich profitabel. Mittlerweile erwirtschaften die Schwaben sogar mehr Gewinn als die Kernmarke von VW.

Platz 5 – Mini – 23.600 verkaufte Fahrzeuge (+24,9 Prozent)
6 von 10

Das neue Gesicht des Klassikers entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Der Mini wurde gerade runderneuert. Damit schlagen sich die Briten auch bei den Zulassungen außergewöhnlich gut.

Platz 4 – Lexus – 889 verkaufte Fahrzeuge (+32,1 Prozent)
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Die Nobelmarke von Toyota ist weiterhin ein absoluter Exot in Deutschland. So lange das Volumen nicht weiter deutlich steigt, wird wohl niemand außer den Japanern die jüngsten Erfolge, wie den SUV NX, wirklich zur Kenntnis nehmen.

Sich beim nächsten Autokauf wieder für eine andere Marke zu entscheiden, sei heute oft an der Tagesordnung. „Eine gute Hardware alleine reicht dabei längst nicht mehr“, so Experte Fuß. Stattdessen erwarte der Kunde ein Rundum-Paket an Serviceleistungen vom Hol- und Bringdienst bei Werkstattterminen über Finanzdienstleistungen bis hin zu Garantieverlängerungen. Wer hier nicht mithalten kann, von dem wenden sich die Kunden schnell ab.

Brisant macht die Sache zudem, dass sich der Kuchen inzwischen nicht nur anders verteilt, sondern es auch an weitaus mehr Hersteller gibt, die etwas davon ab haben wollen. Waren es in 1970er Jahren bestenfalls ein gutes Dutzend hauptsächlich europäischer Hersteller, die um die Gunst deutscher Autofahrer buhlten, so zählt allein der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller, in dem die Importeure hierzulande organisiert sind, heute 33 Mitglieder.

Skoda profitiert von Mutter Volkswagen
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6 Kommentare zu "Auto-Importeure haben es schwer: Deutsche fahren lieber deutsch"

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  • Was jetzt mit Tesla im oberen Preissegment kommt, wird sich bald auch im mittleren Preissegment durchsetzen.
    Allein, dass Deutschland beschlossen hat, dass das Elektroauto noch keine Zukunft hat, reicht nicht.
    Da machen es eben andere!

  • VW hat in den USA zu recht einen sehr schlechten Ruf. Es hapert gewaltig mit der Zuverlaessigkeit und dem Service. Edelschrott Made in Germany.

  • Herr Feske hat es schon angesprochen - WAS IST DEUTSCH ?????

    Soll ich jetzt deswegen BMW beduern SCHROTTAUTOS in D überteuert zu verkaufen
    GEWÄHRLEISTUNGEN VERWEIGERN - nur weil 70% der verbauten Teile aus (Nordkorea)
    hauptsache billig - kommen.
    NEIN weil BMW im Ausland die FAhrzeuge preiswerter verkauft, und auch die GARANTIELEISTUNG
    bis auf 5J erhöht. Was auch ausl. in D machen.
    VW um keinen auszulassen kauft sich in ausl.-Unternehmen ein, um so die Konkurrenz auszuschalten. PREMIUMSCHROTT made in Germania.

  • in den 70ern bis zum Euro.... konnte man als Geselle in den meistne berufen,
    sich auch ne kleine Familie leisten mit auto und 1 mal urlaub im jahr....

    inzwischen ist faktisch mindestens 1 /3 "abgekoppelt......

    klar das sich das irgendwo bemerkbar macht.....

    während der neokon dekade ab 99, wurden gehälter und löhen ja nur als kostentreiber und nie als nachfragefaktor gesehen....


    autos kaufen halt keine autos..^^ wußte man schon vor 100 jahren.... nur die ganzen top gebildeten Super helden sind alle genauo fern der Basis wie die Politik darsteller...^^


    Armes Deutschland..

  • Die deutschen Autos könnten deutlich mehr verkauft werden, wenn die Arroganz der Händler gebremst würde. Besonders im europäischen Ausland scheinen die Verkäufer von deutschen Autos sich eine Menge einzubilden. Allein aus diesem Grund habe ich mir in Italien einen Toyota gekauft , nachdem der VW Händler ein uneträgliches Benehmen hatte.
    Das war mein Glück, denn bei ca 60tausend km jährlich hätte der Golf mich weit mehr gekostet als ein Coralla. Deutsche Autos (schlechtestes Beispiel Mercedes) haben die Langzeitqualität ausgebaut und sind gut in den ersten 5 Jahren eines Durchschnittsfahrers. Dafür sind die Autos einfach zu teuer. Da wird sich einiges ändern müssen.

  • Deutsche fahren lieber deutsch... Wobei das mit dem "deutsch fahren" heut zu Tage ja auch so eine Sache ist, wenn viele Modelle von deutschen Herstellern gar nicht mehr im Inland produziert werden.

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