
In der Tat gehen die Turbulenzen in Europa an BMW weitgehend vorbei: 1,67 Millionen Autos hat der Konzern 2011 abgesetzt, das sind mehr als 14 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2010. Die Folgen der Finanz- und Absatzkrise sind mehr als kompensiert. BMW verkauft heute 400 000 Autos pro Jahr mehr als im Krisenjahr 2009 - das entspricht dem Absatz der schwedischen Marke Volvo. Im gleichen Zeitraum steigerte der Konzern rein organisch seinen Jahresumsatz um 18 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Zuwachs ist damit größer als das gesamte Umsatzvolumen des Dax-Konzerns MAN.
Noch schneller wachsen die Gewinne: Hielt sich der Konzern in der Finanzkrise 2008 und 2009 nur noch mit Finanzgeschäften in den schwarzen Zahlen, so steht 2011 ein Jahresüberschuss von 4,9 Milliarden Euro unter dem Strich. Bei der Umsatzrendite in der Autosparte - bezogen auf den Betriebsgewinn (Ebit) - liegt BMW mit einem Wert von 11,8 Prozent zwar knapp hinter Audi (12,1 Prozent), aber deutlich über dem selbst gesteckten Ziel von acht bis zehn Prozent.
Den Erzrivalen Mercedes (neun Prozent) haben die Münchener abgehängt. Seit Neuestem wird BMW mit 40,7 Milliarden Euro fast genauso hoch bewertet wie Daimler. Dabei setzten die Münchener deutlich weniger um und werden aufgrund ihrer dominierenden Großaktionäre um Johanna Quandt mit einem Abschlag gehandelt.
Die Stimmung im Unternehmen könnte kaum besser sein: 7 500 Euro kassiert jeder BMW-Angestellte in diesen Tagen als Prämie. Mit 2,30 Euro pro Anteilsschein erhalten die Vorzugsaktionäre einen Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Die neue Generation des Dreier übertrifft die Erwartungen. Und der Rückenwind soll genutzt werden, BMW hat die Messlatte höher gelegt. Nicht erst 2020, wie ursprünglich geplant, sondern schon 2016 will BMW mehr als zwei Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Es ist ein bewusst gewähltes Datum: Die Münchener feiern 2016 ihren hundertsten Geburtstag. Und Norbert Reithofer beendet seine zweite Amtszeit.
Ende dieses Monats fliegt der BMW-Vorstand nach China. In Tiexi nimmt das zweite China-Werk von BMW seine Produktion auf. Schon Mitte des Jahrzehnts sollen 300 000 Autos in dem Boom-Land hergestellt werden. Das entspricht fast einem Viertel der heutigen Produktion der Marke BMW.