Auto-Kooperation
Opel setzt auf Technik von Peugeot

Die gemeinsam von PSA Peugeot und Opel entwickelten Autos werden auf Technik der Franzosen basieren. Mit ihnen soll die nächste Fahrzeuggeneration beider Hersteller beginnen. Mehrere etablierte Modelle sollen wegfallen.
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BrüsselDer US-Autokonzern General Motors gibt zwei wichtige Fahrzeugprojekte der deutschen Tochter Opel in die Hände seines französischen Partners PSA Peugeot Citroen. GM und Peugeot gaben am Donnerstag in Brüssel bekannt, dass sie künftig drei gemeinsame Fahrzeug-Architekturen nutzen wollten, um Kosten zu sparen.

Zwei der neuen Plattformen - eine für kompakte Familienwagen in der Größe des Opel Zafira und eine für Autos im Segment des Opel Meriva - sollen auf der Technologie von PSA basieren. Die Franzosen gelten als besonders erfahren beim Bau von Großraum-Pkw. Im Kleinwagen-Segment des Opel Corsa wollen die beiden Partner gemeinsam den Unterbau für Modelle mit geringem CO2-Ausstoß entwickeln.

Die ersten Autos der Allianz sollen 2016 auf den Markt kommen. Zu Standorten oder Investitionen machten Peugeot-Chef Philipp Varin und GM-Vize Stephen Girsky bei der Präsentation des Abkommens keine Angaben.

Als Ausgleich für die Vergabe der beiden kompakten Modelle an Peugeot soll Opel den Zuschlag für die Nachfolger der Familienwagen Peugeot 2008 und Citroen C3 Picasso erhalten. Die Beschäftigten im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim brauchten sich keine Sorge zu machen, sagte Girsky. Aus heutiger Sicht sei kein Stellenabbau mit der Allianz verbunden.

Auf Basis der Plattformen wollen der französische Zwei-Marken-Konzern und die GM-Tochter Opel in Eigenregie Karosserien für ihre jeweiligen Modelle entwickeln, wie ein Opel-Sprecher erläuterte. Ausnahme ist der Meriva-Nachfolger, dessen Karosserie auch für Peugeot in Rüsselsheim entstehen soll. Unter der Karosserie sollen die Autos beider Konzerne die gleiche Technik nutzen.

Zur Perfektion hat Volkswagen dieses Prinzip entwickelt: Die Wolfsburger sind inzwischen schon einen Schritt weiter, in dem sie über mehrere Marken hinweg gleiche Module einsetzen. Auch andere Autobauer wie Toyota nutzen gemeinsame Plattformen.

GM und Peugeot erwarten hohe Einsparungen durch die gemeinsame Entwicklung. Sie arbeiten zudem beim Einkauf und in der Logistik zusammen. Zu Anfang ihrer Gespräche im Februar hatten die beiden Autobauer nach fünf Jahren Kostenvorteile von jährlich 1,5 Milliarden Euro durch die Allianz in Aussicht gestellt. Damals war allerdings schon klar, dass die Einsparungen in den ersten Jahren geringer ausfallen werden.

Damit sind beide Partner darauf angewiesen, ihre überlebenswichtigen Einsparungen zunächst auf eigene Faust durchzusetzen. Opel und Peugeot Citroen verkaufen wegen der Schuldenkrise in Europa kaum Autos und können ihre Fabriken nicht auslasten. Beide schreiben rote Zahlen. Deshalb will Peugeot Tausende Stellen streichen und mindestens ein Werk dichtmachen.

Opel will seine Fabrik in Bochum mit knapp 3400 Beschäftigten Ende 2016 schließen, wenn dort die Produktion des Modells Zafira ausläuft. Das Management hat dem Betriebsrat und der IG Metall allerdings bereits angedroht, die Produktion im Ruhrgebiet zwei Jahre früher enden zu lassen, falls man sich nicht bis Februar auf ein neues Sparpaket einigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Auto-Kooperation: Opel setzt auf Technik von Peugeot"

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  • Was soll dabei herauskommen, wenn zwei Einäugige Synergien erkunden wollen?

    Im aktuellen Test ist der neueste Hoffnungskandidat von Opel, Adam, rund anderthalb Zentner schwerer und hat einen signifikanten Mehrverbrauch im Vgl. zum Wettbewerber aus Italien. Der ist aber ironischerweise schon ein halbes Jahrzehnt länger auf dem Markt. Nennt Opel das Fortschritt?

    Opel schafft es offenkundig nicht mal annähernd, die Lücke zwischen sich und Mittelmass a la Fiat zu schliessen.

    Was dabei herauskommt? Der Blick in den Abgrund.

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