Die Autoindustrie von morgen

Elektro-Strategie von PSA Japan unter der Haube

Das Ziel von PSA-Chef Carlos Tavares ist klar: Opel und die anderen Marken des Autokonzerns sollen elektrifiziert werden. Die Elektromotoren dafür sollen in Frankreich entstehen – mit japanischer Hilfe.
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PSA und Nidec: Japan unter der Haube Quelle: AFP
Elektroautos vom Band

Die Motoren in den PSA-Elektroautos der Zukunft werden gemeinsam mit dem japanischen Hersteller Nidec produziert.

(Foto: AFP)

Paris
PSA Peugeot-Citroën treibt die Entwicklung der Elektroautos schnell weiter. Der französische Autohersteller, Eigentümer von Opel, kündigte am Montag eine Allianz für Elektromotoren mit dem japanischen Motorenhersteller Nidec an. An dem Gemeinschaftsunternehmen halten PSA, die Nummer zwei der Autobranche in Europa, und Nidec Leroy-Somer, Spezialist im Elektromotorenbereich, jeweils 50 Prozent.

Die gemeinsame Pressekonferenz hielten die Unternehmen nicht bei Peugeot ab, sondern beim Gewerkschaftsverband CCFA in der Nähe des Triumphbogens. Dort erklärten Patrice Lucas, Vizepräsident zuständig für Programm und Strategie bei PSA, und Tetsuo Onishi, Vizepräsident bei Nidec, ihr Vorhaben. „Es ist eine strategische Partnerschaft“, betonte Lucas. Die Elektromotoren seien für die ganze Gruppe bestimmt, damit auch für Opel. Nicht ausgeschlossen ist auch dass Elektromotoren für andere Autobauer entwickelt und produziert werden.

Die Ankündigung wurde von den Märkten positiv aufgenommen, weil PSA damit bei den E-Motoren einen großen Schritt vorankommt. Die Peugeot-Aktie stieg zeitweise um 1,4 Prozent. Seit einem Monat war sie um rund 17 Prozent gefallen.

So weit kommen Elektroautos mit einer Akkuladung
Elektroautos
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In Deutschland gibt es immer mehr Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. In knapp 1000 Städten und Gemeinden finden sich mittlerweile öffentlich zugängliche Ladepunkte. Es sollen noch mehr werden. Bei den Reichweiten, die die aktuellen Modelle mit einer Akkuladung packen, ist das auch notwendig. Mit welchen Elektroautos Sie am weitesten kommen.

Anmerkung: Damit die Werte vergleichbar sind, werden hier die Reichweiten mit Normverbrauch angegeben. Die reale Reichweite liegt in der Regel darunter.

Platz 10: Nissan Leaf (2016)
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Kam die erste Version des Nissan Leaf im Jahr 2010 gerade einmal 160 Kilometer weit, sind es bei einem Leaf des Jahrgangs 2016 immerhin 250 Kilometer. Bis zum Ende seiner Bauzeit hat Nissan das Akkupaket immer wieder an die neuen Entwicklungen angepasst. Zuletzt lag die Kapazität bei 30 Kilowattstunden (kWh). Der Nachfolger, der Anfang 2018 auf den Markt kommt, reiht sich deutlich weiter vorne ein.

Platz 9: Hyundai Ioniq Electric
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Mit dem Ioniq setzt Hyundai auf das Konzept eines leichten Elektroautos mit kleiner Batterie: Das Akkupaket ist mit 28 kWh das kleinste in den Top Ten. Das reicht bei 120 PS für eine Normreichweite von 280 Kilometern. Die Konkurrenz auf Platz 8 bietet kaum mehr Reichweite, braucht aber dazu einen größeren Akku.

Platz 8: VW e-Golf
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Mit seinem neuen Akku (35,8 kWh) schafft es auch die aktuellste Ausgabe des e-Golf auf 300 Kilometer nach NEFZ. Der Elektro-Golf ist damit im alltagstauglichen Bereich angekommen – und die Wahl für jene Autofahrer, die auf gewohnten Komfort und Ausstattung eines Golf nicht verzichten oder die futuristischen Karosserien eines BMW i3 nicht haben wollen.

Platz 7: BMW i3
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Als der i3 auf den Markt kam, bot er eine Reichweite von 190 Kilometern. Eine Modellpflege und neue Akku-Generation später ist die Kapazität des Stromspeichers auf 33,2 kWh gestiegen – und die Reichweite auf 300 Kilometer. Inzwischen gibt es auch einen sportlicheren i3s. Der bietet aber bei derselben Akku-Größe etwas mehr Leistung – und damit weniger Reichweite.

Platz 6: Tesla Model 3
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Die ersten Fahrzeuge sind ausgeliefert, doch es hakt bei der Produktion des Model 3. Aber darauf kommt es in diesem Ranking nicht an, hier zählt nur die Reichweite. Bei der Standardvariante sind es 220 Meilen, also rund 345 Kilometer. Interessant: Während beim Model S und Model X sich die Modellbezeichnungen auf die Größe des Akkus beziehen (Model S 70 hat 70 kWh), wird diese Benennung beim Model 3 abgeschafft und durch eine „verständlichere“ Unterscheidung ersetzen. Sprich: Neben dem Model 3 mit ungefähr 50 kWh wird es noch ein Model 3 „Long Range“ geben, dessen 75-kWh-Akku für 500 Kilometer reichen soll.

Platz 5: Nissan Leaf (2018)
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Während die meisten Autobauer noch an ihren Elektro-Offensiven basteln, bringt Nissan bereits die zweite Generation des Leaf auf den Markt. In Europa startet der Wagen Anfang 2018. In seine Entwicklung sind die Erfahrungen aus sieben Jahren Bauzeit und mehreren Millionen elektrisch gefahrenen Kilometern eingeflossen. Ein Feedback der Kunden: Wir wollen nicht unendlich viel Reichweite, sondern lieber ein günstigeres Auto. Deshalb hat Nissan den Akku nur moderat von 30 auf 40 Kilowattstunden vergrößert. Das ermöglicht dem auf 150 PS erstarkten Leaf eine theoretische Reichweite von 378 Kilometern. Später kommt noch der Leaf E-Plus mit größerer Batterie und 220 PS – und vor allem 500 Kilometern Reichweite. Dann lockt sogar Platz 4.

Nidec hat schon länger engen Kontakt mit PSA. Im Februar hatten die Japaner die französische E-Motor-Firma Leroy Somer übernommen. Die Kooperation mit PSA läuft über diese Tochter. Im ersten Quartal 2018 soll der Deal abgeschlossen werden, muss aber noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Der Sitz des Unternehmens und die erste Produktionsstätte sollen sich in Frankreich befinden – und nicht etwa in Rüsselsheim, wo Opel in den vergangenen Jahren etliche Motoren entwickelt hat. 220 Millionen Euro investieren die beiden Partner in das Joint-Venture. Schon im Jahr 2022 will der Konzern 900.000 Elektromotoren herstellen.

PSA und Nidec sehen voraus, dass der Markt der Elektromotoren für Autos sich bis 2030 verdoppeln dürfte. „Das Elektroauto ist ein Must für einen Autohersteller, um mit den Abgas-Vorschriften in Europa und China konform zu sein“, betonte Lucas. Für das Unternehmen werden 100 Ingenieure gebraucht, bis zu 400 Jobs könnten abhängig von den Herstellungsvolumen geschaffen werden. Allerdings könnte das auch über Umstrukturierungen in der Gruppe geschehen.

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