Die Autoindustrie von morgen

Elektropionier
Tesla verbrennt 480.000 Dollar pro Stunde

Keiner ist schneller als Tesla. Vor allem, wenn es darum geht, das Geld der Anleger zu verbrennen. Warum dem Elektropionier nicht mehr viel Zeit bleibt, um das Model 3 zum Erfolg zu führen.
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San FranciscoMit einer gewohnt selbstbewussten Ankündigung überraschte Tesla-Gründer Elon Musk in der vergangenen Woche die Industrie. Der Elektropionier zeigte dem begeisterten Publikum die Neuauflage des Roadsters. Das supersportliche Modell werde in 1,9 Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigen – und dürfte damit die meisten Sportwagen abhängen. Investoren sollten derzeit eher ein Auge auf einen anderen Geschwindigkeitsrekord legen.

Denn rechnet man die Verluste von Tesla um, hat der Elektropionier in den vergangenen zwölf Monaten 8.000 Dollar pro Minute verbrannt. Das sind rund 480.000 Dollar pro Stunde. Böse Zungen würden behaupten, dass Tesla mit seinen Elektroautos zwar kein Benzin verbrennt, dafür aber Geld der Investoren.

Nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg dürften die Cashreserven von Tesla am 6. August 2018 aufgebraucht sein, wenn die Geldverbrennung in gleichem Tempo weitergeht. Damit es nicht so weit kommt, ist der Elektropionier gezwungen, sein Model 3 möglichst rasch an die Kunden auszuliefern. Produktionsprobleme hatten Tesla in den vergangenen Monaten immer wieder zurückgeworfen.

Trotzdem scheinen auch die Investoren momentan noch sehr gelassen zu sein. Am Dienstag war die Aktie von Tesla um drei Prozent auf 317,81 Dollar gestiegen. Die jüngsten Jubelmeldungen zum Roadster und einem elektrischen Lastwagen nähren die Phantasien der Anleger. Mit einer Marktkapitalisierung von 53 Milliarden Dollar ist Tesla immer noch wertvoller als Branchenriesen wie Ford und Fiat-Chrysler.

Der neue Roadster könnte Tesla sogar dabei helfen, kleinere finanzielle Engpässe zu überbrücken. Denn um die neue „Founders Series“ des Roadsters zu erstehen, müssen Kunden den Kaufpreis von 250.000 Dollar direkt bezahlen – obwohl sie womöglich mehrere Jahre auf die Lieferung warten müssen. Weil die Sonderserie auf auf 1.000 Modelle limitiert ist, könnte Tesla damit 250 Millionen Dollar einnehmen, ohne ein einziges Auto ausgeliefert zu haben.

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Tesla verbrennt 480.000 Dollar pro Stunde

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„Alles hängt von der Geduld der Aktionäre ab“

Kommentare zu " Elektropionier: Tesla verbrennt 480.000 Dollar pro Stunde"

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  • wieviele Mrd. zahlt VW Strafe? hat VW davon neue Fabriken, neue Produkte, neue Märkte oder gar eine Infrastruktur....

  • Amazon, hat über viele Jahre ähnlich viel Geld verbraucht. Google und Facebook hätten ohne sehr viel Fremdkapital nicht erfolgreich werden können. Tesla hat bei den Autos eine tiefe Wertschöpfungskette bis hin zur eigenen Batterie. Außerdem liefert Tesla selbst noch das Benzin - bzw. den Strom für die eigenen Autos. Der viel größere Markt von Stromspeichern in Gebäuden wird auch noch bedient. Die Kosten für Fabriken in diesem Umfang können nicht mit wenigen Autos bezahlt werden, auch wenn die Autos an sich Gewinn abwerfen. Es ist eben eine Investition in die Zukunft.

  • Solange TESLA Qualität und Software nicht einwandfrei liefern kann, werden auch weitere Produkte nicht helfen. Porsche und Co. stehen doch alle in den Startlöchern, mit - bei Markteinführung -einwandfrei ausgereiften und entwickelten Produkten. Perfektion und German Engineering braucht halt Zeit. First Mover ist kein USP.

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