Die Autoindustrie von morgen

Handelsblatt Auto-Gipfel 2017
Die große Ethik-Debatte

Technik, Recht, Akzeptanz - autonomes Fahren wirft viele Fragen auf. Zwar gibt es erste gesetzliche Rahmen, aber auch neue Bedenken bei der Datensicherheit.
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StuttgartBeim Thema autonomes Fahren spalten sich die Meinungen in zwei Lager: Die einen sind froh, wenn das Fahrzeug eines Tages übernimmt, und sie die Zeit besser nutzen können. Die anderen sehen sich eher als passionierte Autofahrer - und wollen auch in Zukunft selbst Gas geben. Udo Di Fabio zählte sich eigentlich eher zu Letzteren - bis er einmal auf der Autobahn in einem Roboterauto saß und Starkregen einsetzte. Spaß mache da das Fahren nicht mehr. „Da habe ich es als Erleichterung empfunden, dass das System übernommen hat.“

Das autonome Fahren wird die Automobilbranche und ihre Geschäftsmodelle, aber auch die Gesellschaft verändern wie kaum eine andere Innovation. Laut einer Studie von Boston Consulting dürfte im Jahr 2030 in den USA bereits ein Viertel der gefahrenen Kilometer von autonomen Elektroautos geleistet werden.

Von den Vorteilen sind die meisten überzeugt. Allerdings sind in Deutschland noch viele technologische, ethische und rechtliche Fragen zu klären. Das zeigte sich in den vielen Diskussionen vergangene Woche auf dem Handelsblatt Auto-Gipfel in Stuttgart. Derzeit werden Schritt für Schritt die rechtlichen Grundlagen für das automatisierte Fahren erarbeitet, ein erstes Gesetz ist auf den Weg gebracht. Der frühere Bundesverfassungsrichter und Professor Di Fabio leistet als Vorsitzender der Ethik-Kommission für automatisiertes Fahren seinen Beitrag.

Die Technologien sind bereits weit entwickelt. „Die Maschine ist sicher zuverlässiger, sie kennt keine Emotionen“, sagte Renata Jungo Brüngger, Vorstandsmitglied für Integrität und Recht bei Daimler und ebenfalls Mitglied der Ethik-Kommission. Ziel sei „360-Grad-Sicherheit“, die Unfälle komplett vermeidet. Doch noch glauben viele Autofahrer, dass sie es besser können. Je autonomer die Systeme seien, desto mehr zweifelten die Menschen an der Sicherheit, berichtete Matthias Schubert, der das weltweite Mobilitätsgeschäft beim Tüv Rheinland verantwortet, unter Berufung auf eine umfassende Befragung von Verbrauchern.

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