Autobanken
VW-Finanzsparte rechnet mit sinkendem Gewinn

Die um Staatshilfe bittende Finanztochter von Volkswagen rechnet im nächsten Jahr mit einem geringeren operativen Gewinn. Spartenchef Frank Witter sagte am Montagabend in Hannover, eine Prognose für 2009 sei wegen der Finanzkrise kaum möglich.

HB HANNOVER. Ein besseres Ergebnis als in diesem Jahr sei aber nicht realistisch. Im zu Ende gehenden Jahr liege das operative Geschäft "ungefähr auf Vorjahresniveau". Genaue Angaben machte Witter nicht.

Die Finanzsparte hat VW jahrelang satte Gewinne beschert. Wenn die Ertragsstütze wegbricht, dürfte es für Europas größten Autokonzern nach Ansicht von Experten schwieriger werden, den Konzerngewinn im nächsten Jahr zu halten. Vorstandschef Martin Winterkorn hat bereits einen harten Sparkurs angekündigt. Einzelheiten werden von einer Managementkonferenz am Donnerstag in Dresden erwartet. Die Branchenzeitung "Automobilwoche" hatte unter Berufung auf einen anonymen Vertrauten des Konzernchefs berichtet, Winterkorn lasse wegen der Absatzkrise unter anderem die Stückzahlprognosen für einige ausländische VW-Werke prüfen.

Witter begründete den Antrag auf Staatsgarantie mit der nötigen Refinanzierung des VW-Finanzdienstleisters. Es handle sich um eine vorsorgliche Maßnahme für den Fall, dass die Finanzkrise länger dauere. "Wir haben kein Eigenkapitalproblem", betonte er.

Volkswagen will als erster Autobauer das Rettungspaket der Bundesregierung für seine beiden Finanzdienstleistungs-Töchter in Anspruch nehmen. Finanzkreisen zufolge liegen die beantragten Bürgschaften jeweils im einstelligen Milliardenbereich - wenig im Vergleich zu anderen Banken.

Witter sprach sich - wie zuvor Vertriebschef Detlef Wittig - für eine Verkleinerung des Händlernetzes in Deutschland aus. Der Volkswagen - und Audi-Händlerverband erklärte, mit betroffenen Händlern sollten von Fall zu Fall Gespräche geführt werden. Über die finanziellen Bedingungen für die Aufgabe von Betrieben gibt es offenbar noch keine Einigung. Zurzeit gibt es in Deutschland nach Verbandsangaben etwa 1250 VW-Händler. Das Netz sei auf einen Gesamtmarkt von 3,8 bis vier Mio. Pkw-Neuzulassungen ausgelegt und damit zu groß.

Wegen der Absatzkrise werden im nächsten Jahr weniger als drei Mio. Neuzulassungen erwartet. "Die Erträge in der VW - und Audi-Organisation sind bereits seit mehreren Jahren absolut unbefriedigend, und wir erwarten mit großer Sorge die Unternehmensergebnisse zum Jahresabschluss und für 2009", sagte Verbands-Chef Michael Lamlé zu Reuters.

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