Autobanken

Wenn der Autohändler mit der Flatrate lockt

Autobanken gehörten schon in der Krise zu den großen Gewinnern. Nun wollen sie nicht nur vom Wachstum der Mutterkonzerne profitieren, sondern das Geschäft mit finanziellen Zusatzleistungen ausbauen.
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Mit Flatrate-Tarifen und den Nationalspielern Mario Götze (links) und Benedikt Höwedes wirbt Mercedes für die neue A-Klasse. Quelle: dpa

Mit Flatrate-Tarifen und den Nationalspielern Mario Götze (links) und Benedikt Höwedes wirbt Mercedes für die neue A-Klasse.

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FrankfurtBei Mobiltelefonen sind sie längst Standard, bei Internetverbindungen auch und selbst manche Bar wirbt bei der jungen Zielgruppe mit einer Flatrate. Nun halten die Komplettangebote auch Einzug beim Autohändler. Die Banken der Automobilhersteller setzen große Hoffnungen in die Flatrates: Zuletzt kündigte die Mercedes-Bank an, den Verkauf der neuen A-Klasse mit Finanzdienstleistungen zu unterstützen, die auf junge Kunden zugeschnitten sind - mit Komplettpaketen aus Leasing, Versicherung und Service zum monatlichen Fixpreis.

Das Geschäft mit den Versicherungen treibt das Wachstum der Herstellerbanken: Allein Volkswagen Financial Service, konnte Zahl der abgeschlossenen Versicherungsverträge im Jahr 2011 um satte 27 Prozent auf 909.000 steigern. „50 Prozent aller neuen Kunden haben ein großes Interesse, direkt beim Autohändler eine Versicherung abschließen zu können“, betont auch Klaus Bentz, Sprecher des Arbeitskreises der Autobanken (AKA).

Das noch größere Interesse an dem Geschäft mit den zusätzlichen Finanzprodukten haben aber die herstellereigenen Finanzinstitute. Das Geschäft mit den Versicherungen ist für die Herstellerbanken nicht nur lukrativ, es dient auch der Kundenbindung. Oft entscheiden sich Kunden, die eine Versicherung beim Hersteller abgeschlossen haben, auch für die Vertragwerkstätten des Herstellers. Wartung und Reparatur nach Herstellervorgaben sind beim Leasing zwingender Vertragsbestandteil, um die Gewährleistung nicht zu verlieren. Mit Kombitarifen werden die Leasingnehmer in die Markenwerkstätten der Hersteller gelockt.

Neben Kfz-Versicherungen, Restschuldversicherungen verkaufen die Händler auch Garantie- und Reparaturkostenversicherungen. Pro Finanzierungsvertrag werden laut Branchenverband AKA durchschnittlich 1,6 zusätzliche Dienstleistungsverträgen abgeschlossen – 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Überzeugungsarbeit der Hersteller, ihre Autohändler auch zum Versicherungsmakler umzufunktionieren, scheint Wirkung zu zeigen. Nach Angaben von Mercedes-Benz ist mittlerweile jedes dritte Fahrzeug des Konzerns, das über Deutschlands Straßen rollt, auch bei der hauseigenen Bank versichert.

Die Rekordzahlen der Autohersteller geben auch den hauseigenen Kreditinstituten Rückenwind. 2011 finanzierten die Kreditinstitute der Autohersteller über 1,31 Millionen Neufahrzeuge im Wert von 30 Milliarden Euro, das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. „Die verhaltenen Prognosen für 2011 haben sich nicht bestätigt“, sagt AKA-Sprecher Bentz. Mit zehn Millionen Kunden kommen die konzerneigenen Finanzinstitute im Bereich der Autofinanzierung auf einen Marktanteil von 67 Prozent. Darum schauen die Autobanken sich nach weiteren Geschäftsfeldern um. Das Wachstum wird längst nicht mehr alleine durch die Finanzierung von Autos befeuert.

Autobanken sind die Profiteure der Finanzkrise
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