Autobauer auf Sanierungskurs
Auch VW-Topmanager müssen zittern

Der angeschlagene Autobauer Volkswagen stellt im Zuge seiner Sanierung auch ein Fünftel der Stellen im Management auf den Prüfstand. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hatte in der Vergangenheit bereits angekündigt, dass insgesamt etwa 20 000 Stellen im Konzern abgebaut werden sollen.

HB HAMBURG/WOLFSBURG. „Wir haben immer betont, dass wir auf allen Personalebenen sparen und restrukturieren müssen, also auch auf der Managementebene“, sagte ein VW-Sprecher am Mittwoch und bestätigte damit einen Vorabbericht des „Manager Magazin“. Im Management seien, wie bei den anderen Beschäftigten, grundsätzlich 20 Prozent der Stellen betroffen. Etwa 200 der knapp 1 000 Stellen von der Abteilungsleiterebene aufwärts sollten gestrichen werden.

Dem Magazinbericht zufolge will VW-Markenchef Wolfgang Bernhard bei den aussortierten Führungskräften wie bei der übrigen Belegschaft auf Frühpensionierungen und Abfindungsangebote setzen. Alle Mitarbeiter ab der Bereichsleiterebene sollten mit 60 Jahren aufhören, hieß es in dem Bericht. Zu diesen Details wollte sich der VW-Sprecher nicht äußern.

Bei Volkswagen läuft derzeit ein umfangreiches Programm, um Mitarbeitern zum freiwilligen Abschied aus dem Unternehmen zu bewegen. Dabei haben schon 2 000 Mitarbeiter Aufhebungsverträge unterzeichnet. Die von VW angebotenen Abfindungen reichen je nach Betriebszugehörigkeit und Lohnstufe von 40 000 bis 195 000 Euro. Die Aufhebungsverträge sind Teil eines Paketes an Maßnahmen, mit denen VW Personal abbauen will. So laufen außerdem Programme zum Vorruhestand und zur Altersteilzeit.

Gleichzeitig fordert der Vorstand von der Belegschaft eine Arbeitszeitverlängerung auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich. Das lehnt die IG Metall ab. Im September wollen Gewerkschaft und Management die Tarifgespräche fortsetzen. Betriebliche Kündigungen sind nach einem Tarifvertrag bis 2011 nicht möglich.

Am heutigen Mittwoch wollte der VW-Aufsichtsrat unter anderem über die Personalkosten beraten. VW zahlt seinen Arbeitern in Deutschland rund 20 Prozent mehr als vergleichbare Autofirmen. Die sechs westdeutschen Traditionswerke arbeiten laut Firmenangaben mit Verlust.

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