Autobauer
Betriebsratschef zweifelt an VW-Zielen bis 2010

Am Donnerstag präsentiert Volkswagen seine Bilanz für 2008. Der Vorstand gibt langfristig Absatzziele vor, die sich die meisten anderen Autobauer nur wünschen können. Allerdings glaubt Bernd Osterloh, der Betriebsratschef von VW, nicht an deren Umsetzbarkeit in den nächsten Jahren. Im Gespräch mit dem Handelsblatt begründet er seine Zweifel.

HAMBURG. Osterloh stellt vor der Präsentation der Konzernbilanz des Autobauers die Umsetzbarkeit der Absatzvorgaben des Vorstandes für die nächsten Jahre in Frage. Grund ist der weltweite Wirtschaftseinbruch. „Wir stehen besser da als die Konkurrenz. Trotzdem sind die Ziele der Strategie 2018 in den Jahren 2009 und 2010 kaum zu erreichen“, sagte Osterloh dem Handelsblatt. „Wenn das Wachstum überall ausbleibt, schafft Volkswagen das trotz eigener Stärke auch nicht.“

VW-Chef Martin Winterkorn will im Rahmen seines ehrgeizigen Plans Mach plus 2018 den Autoabsatz konzernweit von 6,2 Mio. Stück im Jahr 2007 auf gut elf Mio. Autos im Jahr 2018 erhöhen. Allein der Absatz der Kernmarke VW soll von 3,4 Mio. im Jahr 2006 auf 6,6 Mio. Fahrzeuge steigen.

Auf diese Weise will Europas größter Autokonzern die Lücke zum japanischen Rivalen Toyota schließen. Der mit Großaktionär Porsche abgestimmte Expansionskurs sieht vor, die Kapitalrendite auf mehr als 20 Prozent zu vervierfachen, besonders umweltfreundliche Autos zu bauen und ein Top-Arbeitgeber zu werden.

Am Donnerstag präsentiert Vorstandschef Winterkorn in Wolfsburg die Details der Bilanz 2008. Im vergangenen Jahr verkaufte der VW-Konzern 6,3 Mio. Fahrzeuge. Einen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr dürfte er angesichts der ungewissen Entwicklung weiterhin wie der Teufel das Weihwasser meiden, hieß es in Konzernkreisen. Der VW-Chef hält aber daran fest, besser als der Markt abzuschneiden. Sinkt die Nachfrage wie erwartet um 25 Prozent, will VW lediglich ein Minus von 10 Prozent einfahren. An Mach plus 2018 will Winterkorn bisher nicht rütteln.

Die Vorgaben zu erreichen, wird immer schwieriger. Selbst vor dem dramatischen Wirtschaftseinbruch hätte bei einem erwarteten Wachstum des Pkw-Weltmarktes auf mehr als 70 Mio. Einheiten jedes vierte zusätzlich verkaufte Auto aus dem Wolfsburger Konzern kommen müssen. Derzeit sinkt die Nachfrage aber dramatisch. Für dieses Jahr rechnen Marktteilnehmer bestenfalls mit einer globalen Produktion von 50 Mio. Autos. Experten bezweifeln, dass VW vor diesem Hintergrund die Ziellinie erreichen kann.

Seite 1:

Betriebsratschef zweifelt an VW-Zielen bis 2010

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%