Autobauer
BMW-Gewinn bricht stärker als erwartet ein

Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal einen Gewinneinbruch um fast drei Viertel erlitten. Zwar blieb noch ein kleines Plus hängen - Analysten hatten jedoch deutlich mehr erwartet. Während die Aktie im vorbörslichen Handel unter Druck geriet, kündigte BMW-Chef Reithofer für das Gesamtjahr schwarze Zahlen an.
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fas/HB MÜNCHEN. Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal überraschend wenig verdient. Unter dem Strich verbuchte der Münchner Konzern nach Angaben vom Dienstag einen Überschuss von 78 Mio. Euro, das sind 74 Prozent weniger als vor einem Jahr. Analysten hatten dem Unternehmen dieses Mal im Schnitt 118 Mio. Euro zugetraut. Vor Zinsen und Steuern erzielte BMW ein Ergebnis von 55 Mio. Euro, was einem Rückgang um fast 90 Prozent entsprach. Erwartet wurden hier 190 Mio. Euro. Auch beim Umsatz von 11,8 Mrd. Euro (minus sieben Prozent) blieb BMW unter den Prognosen. Die Anleger reagierten entsprechend enttäuscht: Die Aktie gab im frühen Handel fast fünf Prozent nach und war damit größter Verlierer im Leitindex Dax.

BMW war nach monatelangen Verlusten erst im zweiten Quartal 2009 wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Das Sparprogramm und die Effizienzsteigerungen wirkten und würden fortgesetzt, erklärte Konzernchef Norbert Reithofer nun und kündigte schwarze Zahlen für das Gesamtjahr an. „Wir streben im laufenden Geschäftsjahr ein positives Konzernergebnis an.“ BMW hatte schon 2007 ein massives Sparprogramm eingeleitet und rund 10 000 Stellen abgebaut.

„Für eine Entwarnung auf den weltweiten Automobilmärkten ist es noch zu früh“, sagte Reithofer. BMW werde aber in den restlichen Monaten 2009 jeweils Zuwächse beim Absatz verbuchen. Zugute kommen dem Konzern dabei die niedrigen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr: Ab September 2008 waren die Automärkte rund um den Globus eingebrochen. Insgesamt rechnet BMW damit, 2009 zehn bis 15 Prozent weniger Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce als 2008 zu verkaufen, damals waren es 1,4 Millionen. Für 2010 erwartet Reithofer dann eine allmähliche Markterholung. Für Schub sollen neue Modelle wie der kleine Geländewagen X1 und der 5er Gran Turismo sorgen. Zudem erneuert der Konzern ab dem kommenden Jahr seine absatzstarken Modelle 5er, 1er und 3er.

Das Kernsegment Auto schrieb im dritten Quartal einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 76 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 141 Mio. im Jahr zuvor. Neben dem Absatzrückgang habe auch der scharfe Wettbewerb das Geschäft belastet, teilte BMW mit. Der Spartenumsatz sank auf 10,2 von 11,1 Mrd. Euro. Der Free Cashflow des Segments wurde durch die Ausfinanzierung der Pensionen und Wertpapierkäufe mit rund 1,9 Mrd. Euro belastet. BMW hielt aber an dem Ziel fest, im Gesamtjahr einen positiven Free Cashflow zu erzielen. Von Januar bis Ende September lag er bei 417 Mio. Euro.

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