Autobauer
BMW verdient mehr als je zuvor

Die Latte für BMW lag hoch, aber der bayerische Autobauer hat die Erwartungen für das zweite Quartal sogar noch übertroffen. Die Münchener haben die Rivalen Mercedes und Audi abgehängt.
  • 9

Düsseldorf/MünchenBMW hat im zweiten Quartal einen operativen Gewinn (Ebit) von rund 2,9 Milliarden Euro erzielt. Das ist eine halbe Milliarde Euro mehr als von Analysten prognostiziert und zwei Drittel mehr als vor einem Jahr. Beim Vorsteuergewinn übertrafen die Münchener die Erwartungen mit 2,7 Milliarden Euro ebenfalls um eine fast halbe Milliarde Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einer Verdoppelung. Auch unter dem Strich blieb mit 1,8 Milliarden Euro deutlich mehr als erwartet und mehr als doppelt so viel wie zwischen April und Juni 2010.

Zum Gewinnsprung trug auch ein Sondereffekt aus aufgelösten Rückstellungen von 464 Millionen Euro bei. BMW bewertet die Risiken jetzt geringer, dass Kunden ihre Auto-Kredite nicht zurückzahlen oder ihre Leasingraten nicht bezahlen können. Außerdem kann BMW höhere Gebrauchtwagenpreise für zurückgenommene Leasingfahrzeuge erzielen.

In puncto Profitabilität haben die Bayern ihre Rivalen deutlich abgehängt. Allein die Autosparte steuerte ein Ebit von 2,4 Milliarden Euro bei und kam auf eine Marge von 14,4 Prozent. Mit der operativen Rendite hielten sie Audi (12,9 Prozent) und Daimlers Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars (10,7 Prozent) auf Distanz. Und selbst der Sportwagenbauer Porsche, in Sachen Rendite das Maß aller Dinge in der Branche, ist mit 20,5 Prozent im ersten Halbjahr nicht in völlig unerreichbarer Ferne.

Lediglich beim Umsatz blieb BMW mit 17,89 Milliarden Euro leicht unter den Prognosen der Analysten, steigerte sich aber im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16,5 Prozent.

Anleger nahmen die Quartalszahlen positiv auf, die Aktie legte zu Handelsbeginn leicht zu und lag am späten Vormittag an der Spitze im Leitindex Dax. Nachdem sie vorübergehend ins Minus gerutscht war, legte sie zeitweise um fast zwei Prozent zu.

„Das erste Halbjahr war das bislang beste in der Unternehmensgeschichte“, sagte Konzernchef Norbert Reithofer. „Wir haben sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr neue Spitzenwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis erzielt.“ Er fügte hinzu: „Wir sind auf einem guten Weg, auch 2011 der weltweit führende Premiumhersteller zu bleiben.“

Seite 1:

BMW verdient mehr als je zuvor

Seite 2:

BMW erwartet positives Umfeld im zweiten Halbjahr

Kommentare zu " Autobauer: BMW verdient mehr als je zuvor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Viel Bilanzhokuspokus und Hurra-Meldung, wenig bis gar nichts erfährt man über Firmenwagen- und Leasing-Anteile sowie strategische Zulassungen. Nach dem Gipfel gehts meist bergab, schreiben Sie. Ja, wohin denn sonst? Das ist zu wenig Erkenntnisgewinn!

  • Die Fahrzeuge sind nicht verkauft, sondern mit völlig überhöhten Restwerten verleast und damit in den Markt gedrückt worden (das gilt übrigens auch für Mercedes und Audi). Irgendwann werden dann wieder Milliarden abgeschrieben. Hat BMW übrigens schon einmal hinter sich. Schon einmal über den Verschuldungsgrad von BMW nachgedacht ?

  • Glückwunsch, aber kommt bloß nicht auf die Idee die Subventionen aus dem Konjunkturpaket II in Höhe von 27 Mio Euro zurückzuzahlen, wie die anderen Fahrzeughersteller, weil der Staat das Geld eh irgendwo verschleudern würde!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%