Industrie

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Autobauer braucht dringend Geld: Ford will offenbar Mazda aufgeben

Der Autokonzern Ford denkt darüber nach, seine seit drei Jahrzehnten bestehende Kontrolle über den japanischen Hersteller Mazda Motor aufzugeben. Reaktion auf die aktuelle Absatzkrise in betracht. Das berichten verschiedene Medien. Ford rutscht immer tiefer in die Krise und braucht offenbar frisches Geld.

HB DÜSSELDORF. Das Unternehmen selbst schweigt sich zum Thema hartnäckig aus: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen", hieß es knapp in einer Mitteilung. Die Mazda-Sprecherin Yukari Hara wollte am Unternehmenssitz im japanischen Hiroschima ebenfalls keine Erklärung zum Thema abgeben. Hohe Mittelabflüsse und ein so heftig wie zuletzt 1991 schrumpfender Automarkt in den USA stellen den Ford-Konzern vor große wirtschaftliche Probleme.

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Die Beteiligung an Mazda würde eine insbesondere für den US-Konzern sehr erfolgreiche Partnerschaft beenden. Traditionellerweise schickte Ford viele junge Führungstalente im mittleren und oberen Management als Bewährungsprobe für höhere Positionen zunächst nach Japan zu Mazda, darunter den künftigen Finanzchef oder den derzeitigen Vorstand für das nordamerikanische Geschäft. "In der derzeitigen Situation müssen alle Optionen auf den Tisch", sagt Dennis Virag, der Präsident der Automotive Consulting Group in Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan. Der Unternehmensberater hat eine klare Meinung zum Thema: "Es ist sinnvoll, Mazda zu verkaufen", sagt er, "denn Mazda spielt in der Ford-Strategie keine Rolle".

Es sei das erklärte Ziel von Ford, die eigenen Tochtergesellschaften in der Welt zu stärken. So habe die europäische Ford-Tochter mit ihrer Ausrichting auf Klein- und Kompaktwagen eine gewichtige Rolle von Mazda praktisch übernommen, sagt David Cole vom Center for Automotive Research in Ann Arbor.

Eine Mazda-Veräußerung befände sich strategisch im Einklang mit den jüngsten Verkäufen von Töchtern außerhalb der USA, etwa den beiden britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover an Tata Motors aus Indien. Auch die schwedische Tochter Volvo steht zum Verkauf. Ford-Konzernchef Alan Mulally will sicherstellen, dass der Konzern über ausreichend Liquidität für seine Existenz auch in Zeiten einer schweren Absatzkrise besitzt und zugleich neue Modelle entwickeln kann.

Die Verkaufsspekulationen waren zunächst von einem Bericht im japanischen Fernsehen ausgegangen, wo als denkbare Käufer für den Mazda-Anteil neben den Handelshäusern Sumitomo Corp. und Itochu Corp. auch der indische Autohersteller Tata Motors Ltd. genannt wurden. Von allen drei Unternehmen konnte keine Stellungnahme eingeholt werden.

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