Autobauer
Chinas Behörden überprüfen Autohersteller

Die chinesische Führung wirft Autohersteller „monopolartige Praktiken“ vor und kündigte Kontrollen von mehr als eintausend Autobauer an. Neben ausländischen Unternehmen sollen auch einheimische Firmen überprüft werden.
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PekingDie chinesischen Behörden ermitteln wegen möglicher Wettbewerbsverstöße gegen mehr als tausend Autohersteller. Betroffen seien Unternehmen aus dem Aus- und dem Inland, berichteten am Mittwoch die staatlichen Medien. Die Zeitung „China Daily“ zitierte einen Beamten der Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), nicht nur ausländische Hersteller, sondern auch staatliche und private chinesische Unternehmen würden unter die Lupe genommen.

Bislang sind nur Untersuchungen gegen ausländische Konzerne bekannt geworden. Die Volkswagen-Tochter Audi etwa hatte am Montag mitgeteilt, eine Strafe wegen „monopolartiger Praktiken“ zu akzeptieren. Die mächtige NDRC, eine von mehreren mit Wettbewerbsfragen befassten Institutionen, kündigte in der vergangenen Woche Strafmaßnahmen auch gegen den US-Hersteller Chrysler an. Die NDRC ermittelt auch gegen Daimler sowie zwölf namentlich nicht bekannte japanische Autohersteller. Mehrere Unternehmen kündigten inzwischen Preisnachlässe an.

Seit dem vergangenen Jahr führt die chinesische Führung verstärkt Ermittlungen gegen ausländische Unternehmen. Kürzlich wurde ein Verfahren gegen den US-Softwareriesen Microsoft bekannt, dem chinesischen Medien zufolge bei seinem Betriebssystem Windows ein De-facto-Monopol vorgeworfen wird. Staatlichen Medien zufolge plant die Regierung zudem, gegen den US-Chiphersteller Qualcomm vorzugehen. Im vergangenen Jahr verhängte die chinesische Führung eine Strafe von umgerechnet 80 Millionen Euro gegen sechs Babymilchproduzenten wegen illegaler Preisabsprachen. Fünf der Firmen stammen aus dem Ausland.

Die chinesische Regierung betrachtet es als eine Form von Monopol, wenn ein Unternehmen eine beherrschende Marktposition innehat und entsprechend hohe Preise setzen kann. „Illegale Gewinne“ kann der Staat beschlagnahmen; Strafen können zehn Prozent des Vorjahres-Umsatzes erreichen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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