Autobauer
Daimler hofft auf Hybrid-Modelle

Der Autobauer Daimler will bei umweltfreundlichen Antrieben kräftig aufholen: Mercedes-Benz werde von 2009 an jedes Jahr ein neues Hybrid-Modell auf den Markt bringen. Bis spätestens 2015 solle ab der C-Klasse in jeder Baureihe eine Hybridvariante verfügbar sein.

HB STUTTGART. Forschungsvorstand Thomas Weber sagte der Nachrichtenagentur AP in Stuttgart: "Wer nicht in alternative Antriebe investiert, verpasst eine Wachstumschance." Der Hybridantrieb, bei dem der Verbrennungsmotor mit einem batteriegespeisten Elektromotor ergänzt werde, habe insbesondere im Stadtverkehr Vorteile.

Gerade beim Hybridantrieb sieht Daimler Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Herstellern. Weber verwies auf entsprechende Projekte zum Beispiel mit BMW in diesem Bereich. "Die Zusammenarbeit ist ausbaufähig", sagte der Mercedes-Entwicklungschef. Die entsprechenden Gespräche kämen gut voran. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Großes Potenzial sieht er auch im Einsatz von Autos mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb, speziell in Ballungsräumen. Probleme bereite aber immer noch die fehlende Infrastruktur. "Die wichtigste Frage ist, wo tanke ich?"

Der Forschungsvorstand bekräftigte das Ziel, dass ab 2010 mit der B-Klasse eine Kleinserie von Brennstoffzellenfahrzeugen an den Start gehen solle. Weber hält in zehn Jahren einen Marktanteil von zehn Prozent für emissionsfreie Elektrofahrzeuge möglich.

Der Daimler-Manager forderte die EU-Kommission auf, klare Vorgaben in Sachen Klimaschutz zu machen. Die EU will die Autohersteller zwingen, den Kohlendioxid-Ausstoß bei Neuwagen bis 2012 von dem jetzigen Durchschnittswert 160 auf 120 Gramm pro Kilometer zu verringern. Wichtige EU-Staaten einigten sich jedoch kürzlich auf einen Kompromissvorschlag, der einen stufenweisen Übergang vorsieht.

Weber sagte, die EU habe die mit Abstand anspruchvollste Gesetzgebung beim Kohlendioxid-Ausstoß. "Wir haben nichts gegen ambitionierte Ziele." Die Autoindustrie müsse jedoch die Zeit bekommen, sich auf die Veränderungen einzustellen.

Der Manager warnte vor einer weiteren Verschärfung der Klimaschutzziele. "Für die Umsetzung der Kohlendioxid-Ziele ist die Einbindung der Kunden erforderlich. Denn sie haben durch den Kauf von umweltfreundlichen Autos und ihre Fahrweise einen erheblichen Einfluss auf die CO2-Emissionen."

Hart ins Gericht ging der Forschungsvorstand auch mit der in Deutschland geführten Diskussion über die Änderungen bei der Kraftfahrzeugsteuer. "Die langwierige Debatte hilft der Autoindustrie nicht. Die Kunden sind verunsichert." Der potenzielle Käufer eines Neuwagens wisse nicht, wie er reagieren solle. Er warte mit dem Kauf ab. "Klarheit hilft dem Verbraucher, der Wirtschaft und der Umwelt."

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