Autobauer
Daimler will mehr als drei Milliarden Euro einsparen

Der Autohersteller will einem Medienbericht zufolge den Gewinn deutlich steigern und daher die Kosten drücken. Einer internen Studie zufolge habe das Unternehmen zudem zu viele Mitarbeiter.
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FrankfurtDaimler will mit seinem neuen Sparprogramm einem Magazinbericht zufolge den Gewinn um mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr steigern. Die genaue Summe werde derzeit noch errechnet, berichtete das „Manager Magazin“ am Donnerstag unter Berufung auf Konzernkreise. Sie hänge auch davon ab, ob Daimler-Chef Dieter Zetsche bereits laufende Projekte in das „Fit for Leadership“ genannte Sparprogramm einrechne. Der Autobauer bezeichnete den Bericht als "Spekulation".

Ende September war bereits bekannt geworden, dass das Programm letztlich durch Produktivitätszuwächse, Kostensenkungen und höhere Umsätze „deutlich mehr“ als eine Milliarde Euro einspielen soll. Dem Bericht zufolge habe eine interne Studie zudem ergeben, dass der Autobauer rund 10.000 Mitarbeiter zu viel beschäftige.

Mit dem Programm will Zetsche das seit langem versprochene Renditeziel erreichen. Von 2013 an soll die operative Marge von Mercedes-Benz Pkw, unterstützt durch steigende Verkaufszahlen, dauerhaft um die zehn Prozent pendeln. Im Jahr 2011 waren es neun Prozent.

Der Anfang kommenden Jahres vor einer Vertragsverlängerung stehende Daimler-Lenker Zetsche hatte bereits Ende September die Notbremse gezogen und das Gewinnziel der umsatzstärksten und ertragsreichsten Sparte einkassiert. Der operative Gewinn von Mercedes-Benz Pkw werde 2012 fallen und unter fünf Milliarden Euro bleiben, hatte Zetsche in Aussicht gestellt. Damit rückt das für 2013 und die Folgejahre angepeilte Margenziel in der Kernsparte von dauerhaft um die zehn Prozent in weite Ferne: 2011 waren es mit Rückenwind durch die gute Autokonjunktur neun Prozent, im zweiten Quartal dieses Jahres 8,6 Prozent. Auf dem Autosalon in Paris Ende vergangenen Monats stellte Zetsche das angepeilte Margenziel unter Konjunktur-Vorbehalt. Das Umfeld sei schwieriger geworden, sagte der seit 2006 an der Daimler-Spitze stehende Manager und dämpfte damit die Erwartungen.

Von den schärfsten Pkw-Konkurrenten BMW und Audi sieht Mercedes-Benz schon länger nur die Rücklichter: Beide Wettbewerber fahren höhere Renditen ein. Als weltgrößter Premium-Pkw-Bauer enteilt BMW den Schwaben zusehends bei den Verkaufszahlen, inzwischen setzt sogar Audi zum Überholen des über Jahrzehnte unbestrittenen Marktführers in der Pkw-Oberklasse an. Zuletzt verlor Daimler auch in China - dem mittlerweile größten Automarkt rund um den Globus - den Anschluss, da Lieferschwierigkeiten und ein komplexe Vertriebsstruktur den Pkw-Verkauf dämpften.

Dazu kommen weitere hausgemachte Probleme: Analysten kalkulieren schon länger, dass Daimler bei Mercedes-Benz Pkw mehr Stamm-Mitarbeiter und weniger Leiharbeiter als die Wettbewerber beschäftigt und daher wegen der höheren Produktionskosten bei der Rendite hinterherhinkt. Eine Projektgruppe habe errechnet, dass 8000 bis 10.000 Mitarbeiter bei Mercedes-Benz überflüssig seien, berichtete das "manager magazin". Mercedes fertige mehr in Eigenregie und zähle mehr Mitarbeiter im Vertrieb, hatte Zetsche Ende vergangenen Jahres die vergleichsweise größere Belegschaft rechtfertigte. Dennoch braucht Mercedes im Schnitt länger als die Konkurrenz, um ein Auto vom Band rollen zu lassen.

Um wie geplant bis 2020 wieder weltgrößter und profitabelster Premium-Autobauer zu werden, setzt Zetsche auf viele neue Modelle, die neue Käuferschichten ansprechen und Kunden der Wettbewerber anlocken soll. Dafür muss Mercedes in den kommenden Jahren nochmals milliardenschwere Investitionen stemmen, die den Gewinn schmälern. Außer einer breiteren Palette an Modellen des Flaggschiffes S-Klasse sind einem Bericht der "Auto Bild" zufolge auch ein Cabrio und ein Geländewagen der Kleinwagen-Marke Smart geplant, die Daimler viele Jahre hohe Verluste eingebrockt hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • .....und das noch. Auto-Bild von heute, 19.10.12 Seite 86 + 87 B-Klasse als Gebrauchtwagen, Baujahr 2010/ 110 000 km gelaufen. Wert Euro 13 500.- ein völlig überzogener Preis für ein Fahrzeug gerade mal 2 Jahre alt und dramatisch angerostet(Türkanten, Tankeinlaufrohr, Bremsen, Rußfilter) Es ist nicht zu fassen. Das Fahrzeug kann niemals diesen Preis erbringen, wenn der neue Besitzer diese Bilder in der Auto-Bild sieht. Er müßte tausende von Euro investieren, um überhaupt von dieser Schrottkiste etwas zu haben. Nach meinem Dafürhalten sind 4000.- schon zu viel in Anbetracht dieses Fahrzeugzustandes. Dieser Laden Daimler ist erledigt. Er wird in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren zu spüren bekommen, wo die Reise hingeht. Mein Gott, was ist aus dieser Firma geworden?
    Wenn der Aufsichtsrat jetzt nicht handelt, zerbricht alles, wirklich alles. Bestünde jetzt die Möglichkeit sofort die komplette Führung auszuwechseln, um eine neue Truppe aus engagierten Ingenieuren zu installieren.

  • Hm, leider steckt in den Kommentaren viel Warheit. Traurig aber wahr. Dr. Z. wird aber erklären können, warum es gerade schelcht läuft und im Jahr 2500 nach Christi alles super seu wird. Weiter gibt es auch Erfolge - MB hat die höchsten Zuwächse aller Fahrzeuge mit Kirschholzparkett im Kofferraum. (von null auf 400 Fahrezeue- d. h. Wachstum von MB in dieser Klasse ist unendlich)

  • .........diese hirn und kopflose Firma kann gar kein Konzept haben. Sie wissen selber nicht, ob sie noch leben. Ob Ihre Gerätschaft überhaupt noch gewünscht wird. Und darum sollte die Firma schnellstens sich wieder den ursprünglichen Namen, nämlich ....MERCEDES BENZ......geben. Und die komplette Riege oben nach Hause schicken. Einen Konstrukteur einen echten Konstrukteur oben an die Spitze wieder setzen. Mit einem Overall auf dem vorne und hinten groß und deutlich ein Mercedes Stern sichtbar wird. Ein mit Benzin und Diesel getaufter Dipl. Ingenieuer der sich werbewirksam selbst ans Steuer setzt und in Utah auf dem Salzsee die Fahrzeuge selber mit testet. Ein Mann groß und sportlich schlang der, wenn er auf der Bühne steht, förmlich explodiert um seine Botschaft, eine neue Botschaft dem Volk mitteilt. Indem er über einen ganz neuen Weg plaudert, wie Blech nicht mehr rostet. Also die zukünftigen Wagen bis in die Ewigkeit rostfrei bleiben. Und neue, nie dagewesene Konstruktionen feilbietet. Alles Das, kann nur noch diese Firma retten. Sie ist auf dem Weg nach unten in die Kreisklasse, dort, wo die Kinder auf der Straße mit dem Ball spielen und keine Chance haben mal auf einem anständigen Platz zu spielen. Die Firma muß, ja sie muß schrumpfen. Sie muß Werke schließen, ohne Ende. Den ursprünglich exclusiven Anstrich kann sie nur durch die diese Maßnahmen erreichen. Eine Anbändelung mit Renault und den Japanern ist eine Katastrophe. Renault die Schrottschmiede aus Frankreich, und der asiatische Industrieplunder darf niemals eine Option werden, was sie momentan ist. Und darum zum Schluß gibt es nur die brutale Option, wie ich sie oben beschrieben habe. Pessimismus ist angesagt, ob es dazu kommt. Ich glaube es nicht und darum wird die ehemals feine Firma auf Dauer untergehen. Es wird so kommen, oder das obige Wunder, wie ich es beschrieben habe.

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