Autobauer
Daimlers Hybrid-Geländewagens droht Verspätung

Daimler droht eine Blamage: Der Autobauer bangt um den pünktlichen Verkaufsstart seines ersten Geländewagens mit Hybrid-Antrieb, der 2009 in den USA auf den Markt kommen soll. Die Verantwortung geben die Stuttgarter einem Zulieferer, gegen den sie jetzt massiv vorgehen.

HB STUTTGART. Grund sind Probleme mit dem Batteriehersteller Cobasys in den USA, der auch für BMW, General Motors und Chrysler tätig ist. Cobasys wolle sich nicht mehr an eine Vereinbarung zur Lieferung von Fahrzeugbatterien für den Geländewagen ML 450 halten, sagte ein Mercedes-Benz-Sprecher am Dienstag in Stuttgart.

Deshalb habe Mercedes Klage gegen das von Chevron Technology Ventures und Energy Conversion Devices kontrollierte Unternehmen eingereicht. "Wir bestehen auf unserem Liefervertrag und gehen davon aus, dass die Batterien fristgemäß geliefert werden", sagte der Mercedes-Sprecher.

Um den Geländewagen mit einem kombinierten Verbrennungs- und Elektromotor wie geplant im kommenden Jahr auf den Markt bringen zu können, muss nach Mercedes-Angaben die Produktion der Nickel-Metallhydrid-Batterien spätestens im Herbst beginnen. Die Fahrzeugbatterie treibt einen Elektromotor an und bezieht die Energie dafür vom Verbrennungsmotor und aus Bremsenergie.

Zu einem möglichen Wechsel des Batterielieferanten wollte sich der Sprecher nicht äußern. Nickel-Metallhydrid-Batterie werden in der Autoindustrie seit längerem genutzt und von mehreren Unternehmen gefertigt. Für Hybrid-Antriebe müssen diese aber noch leistungsfähiger gemacht werden. Für die Entwicklung der Batterie hat Mercedes-Benz eigenen Angaben zufolge Cobasys Geld überwiesen.

Mit dem ML 450 will Daimler in den USA den Markt für Hybrid-Fahrzeuge erobern. Das Auto soll der weltweit erste Pkw aus dem Hause Daimler mit Vollhybrid-Antrieb sein, der auch rein elektrisches Fahren möglich machen soll.

In den USA ist der Absatz der spritschluckenden Geländewagen und Pick-up-Trucks eingebrochen, wegen der stark gestiegenen Spritpreise stehen Kompaktwagen oben in der Gunst der Käufer. Toyota und Honda verkaufen Hybrid-Autos bereits seit längerem in den USA. In der Entwicklung von Hybrid-Antrieben arbeitet Mercedes-Benz mit BMW, GM und Chrysler zusammen, um Entwicklungskosten zu sparen.

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