Autobauer
Der Chefberater der Republik hilft Opel

Roland Berger, Gründer der gleichnamigen Unternehmensberatung, wird Opel-Koordinator der Bundesregierung. Darauf haben sich der Opel-Mutterkonzern GM und das Bundeswirtschaftsministerium verständigt, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Das Bundeswirtschaftministerium bestätigte das am Abend. Damit kommt ihm eine wichtige und schwierige Aufgabe zu.

FRANKFURT/ DÜSSELDORF. Einer wie er hält es im stillen Winkel nicht aus, es muss großes Kino sein. Und deshalb ist er wieder da. Wenn es im Scheinwerferlicht aber etwas Besonderes gibt an Roland Berger, dann das Missverhältnis zwischen seiner äußerlich so alltäglichen Erscheinung und seiner gewaltigen öffentlichen Wirkung. Diese Wirkung als Figur des öffentlichen Lebens, sie wird auch in den kommenden Wochen sein Geheimnis bleiben, mag er auch mit der Opel-Geschichte noch einmal an seiner gewiss großen Story mitstricken.

Roland Berger ist also von General Motors Europe als Strategieberater für die Rettung von Opel auserwählt worden. In seiner Unternehmensberatung hat das kurzfristig Unruhe gestiftet, schließlich ist Berger, obwohl Aufsichtsratschef und Mitinhaber, nur einer von zahlreichen Partnern. Dennoch ist es vor allem er, der für sein Unternehmen steht. Er ist Gründer und bis heute der gute Geist von Roland Berger, sein Name ist die Marke. Mochte er gestern noch tiefstapeln und betonen, dass es die Beratungsgesellschaft sei, die den Auftrag bekommen habe: Er gibt dem heikelsten aller Rettungsversuche, die das industrielle Deutschland zu vergeben hat, sein Gesicht.

Opel, das ist ein Himmelfahrtskommando. Die Risiken sind mindestens so groß wie der Ruhm, der im Fall einer Rettung winkt. Dass der Altmeister der deutschen Beraterszene seinen guten Namen dafür hergibt, zeigt, wie sehr es ihn, den 71-Jährigen, noch immer reizt, ins Risiko zu gehen.

Schließlich sind zentrale Fragen des Opel-Rettungsplans bis heute ungeklärt. Wie kann sichergestellt werden, dass staatliche Gelder nicht nach Detroit abfließen? Wer steht als privater Investor für die Marke mit dem Blitz bereit? Und was macht die US-Regierung, die über das Konzept mitentscheiden muss? Denn das bleibt die große Unbekannte: der GM-Rettungsplan, über den das Team von US-Präsident Barack Obama am 31. März eine Entscheidung fällen wird. „Die Fortschritte stehen unter der Bedingung, dass es eine tragfähige Lösung für den Mutterkonzern gibt“, sagt auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Wie wahrscheinlich das ist, wissen derzeit höchstens wenige Eingeweihte in Detroit und Washington.

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