Autobauer
Deutsche fahren in den USA hinterher

Gefangen im Mittelfeld: Deutsche Autobauer fristen auf dem begehrten US-Markt ein Nischendasein; japanische Automobilhersteller mischen die angeschlagene einheimische Konkurrenz beinahe alleine auf. Doch das soll sich nun ändern: VW -Chef Martin Winterkorn will im US-Markt aufholen ? Experten erwarten den Bau einer neuen Produktionsstätte.

FRANKFURT. Der Auftritt vor der US-Handelskammer in Washington war perfekt arrangiert. Daimler-Boss Dieter Zetsche selbst ließ es sich nicht nehmen, vor hochrangigen Regierungs- und Wirtschaftsvertretern in der US-Kapitale den vor seinem US-Debüt stehenden Kleinwagen Smart vorzustellen. Der imposante Empfang der Stuttgarter vor wenigen Tagen kann über die wirklichen Kräfteverhältnisse auf dem US-Markt gleichwohl nicht hinwegtäuschen. Die deutschen Autobauer fristen im Vergleich zur japanischen Konkurrenz auf dem wichtigen US-Markt nur ein Nischendasein. Während die Japaner auf dem größten Automarkt der Welt die kriselnde einheimische Konkurrenz von Chrysler, Ford und GM fast im Alleingang aufmischen, spielen die deutschen Hersteller in den USA heute bei der Schlacht um große Stückzahlen auf dem umkämpften Markt keine dominante Rolle.

Gefangen im Mittelfeld: Die deutschen Autobauer bewegen sich mit einem Marktanteil von gut fünf Prozent in den USA weit abgeschlagen hinter den absatzstarken Herstellern. Anders die asiatischen Autobauer: Sie erreichen inzwischen nach Berechnungen von Analysten in den Vereinigten Staaten im Segment PKW, Pick-ups und Geländewagen dieses Jahr in günstigen Fällen Marktanteile von knapp 40 Prozent. Dass BMW, Mercedes & Co. keine größere Rolle auf dem größten Automarkt der Welt spielen, hat viel mit der Produktpalette der deutschen Hersteller zu tun ? und vor allem mit der Schwäche von VW auf dem US-Markt.

"Der Grund, warum die deutschen Hersteller im Vergleich zu den japanischen Autobauern in den USA eher ein Nischendasein fristen, ist einfach: Mit Ausnahme von VW sind in den USA aus Europa nur Premiumhersteller wie BMW, Audi und Mercedes präsent, die im oberen Segment agieren und keine Stückzahlen wie Toyota absetzen: Einzig VW hat als großer Volumenhersteller das Zeug, mit den Japanern in den USA beim Absatz mitzuhalten", sagt Maria Bissinger, Auto-Analystin der Ratingagentur Standard & Poor?s, dem Handelsblatt. Das Potenzial alleine genügt freilich nicht, wenn es nicht abgerufen wird. Volkswagen büßt in den Vereinigten Staaten gegenwärtig vor allem für Mängel in der Modellpalette und die begrenzten Produktionskapazitäten im Dollarraum. Der neue VW -Chef Martin Winterkorn möchte das nun ändern.

Große europäische Volumenhersteller wie Peugeot, Fiat und Renault sind dagegen gar nicht auf dem US-Markt präsent. "Das ist ein wichtiger Grund dafür, weshalb die japanischen und koreanischen Hersteller inzwischen auf einen Marktanteil von knapp 38 Prozent kommen, während die Europäer lediglich bei sieben Prozent liegen", sagt Bissinger.

Seite 1:

Deutsche fahren in den USA hinterher

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%